BitTorrent: Provider bremsen Filesharer aus
Provider Comcast schon länger in der Kritik
In gewisser Weise unterscheiden die Provider damit zwischen guten und schlechten Daten, die sie in der Folge unterschiedlich behandeln. In den USA hat dieses Verhalten die Debatte um die Netzneutralität neu belebt. Dieses Prinzip soll gewährleisten, dass die Daten aller Anbieter gleichberechtigt transportiert werden.
Ärgerlich sind die BitTorrent-Bremsen weniger für Filesharer, die illegal Dateien tauschen, sondern vielmehr für Firmen, die für die Verbreitung legaler Inhalte auf den P2P-Datentransfer setzen - wie zum Beispiel die IPTV-Anbieter Joost, Zattoo, Miro oder Babelgum.
Comcast steht schon länger in der Kritik. Der Internetanbieter hatte bereits im Sommer vergangenen Jahres damit begonnen, die Bittorrent-Uploads seiner Kunden auszubremsen. Für besonders großen Ärger unter Kunden und P2P-Anbietern sorgte dabei die Tatsache, dass Comcast die Eingriffe monatelang trotz eindeutiger Beweislage abstritt.

Homepage des in der Kritik stehenden Internet-Anbieters Comcast.
Erst im Februar bekannte sich Comcast zum Ausbremsen von P2P-Übertragungen. Grund dafür war eine Anhörung der US-Telekom-Aufsichtsbehörde FCC, die erwog, regulierend gegen den Netzanbieter vorzugehen. Comcast argumentierte damals noch, dass Bittorrent das eigene Netzwerk überlaste und dass man deshalb keine andere Wahl habe, als mit so genanntem "Netzwerk-Management" gegen die Übertragungen vorzugehen.
Einen Monat später, Ende März 2008, schloss Comcast angeblich Frieden mit den P2P-Anbietern und verkündete eine Zusammenarbeit mit BitTorrent. Die Untersuchungen des Glasnost-Projekts beweisen, dass der Frieden auf wackligen Füßen steht. Comcast bremst immer noch und das rund um die Uhr und nicht nur zu Zeiten mit hoher Netzauslastung.

Sagen Sie Ihre Meinung!