Gesichtsscanner und riesige Foto-Datenbank kontrolliert Raucher

Japan: Biometrie gegen Raucher

Japan: Biometrie gegen Raucher Ständige Warnungen auf Zigarettenpackungen, schlechte Puste und fast überall auf der Welt müssen sie draußen oder in separaten Räumlichkeiten ihrer Lust nachgehen: Raucher haben es schon schwer. Per Zigarettenkarten und Augen-Scanner soll nun der jüngeren Generation das Rauchen erschwert werden: den Anfang macht Japan.

Politiker schlagen schon weltweit Alarm. Sie suchen seit Jahren nach einer Möglichkeit, junge Menschen vom Rauchen abzuhalten. In Deutschland ist daher schon lange das Ziehen der Glimmstengel am Automaten nur per Altersnachweis möglich. In Japan will man noch einen Schritt weiter gehen: Biometrie soll dort bald zum Einsatz kommen.

Werbung

Persönliche Daten verschaffen Zugriff zur Schachtel

Bevor man diesen Schritt aber geht, hat die japanische Tabakindustrie die so genannte Taspo-Karte entwickelt und ausgegeben. Der Name setzt sich aus den Worten Tobacco für Tabak, Access für Zugang und Passport zusammen. Ohne diese Karte gibt der Zigarettenautomat keine Schachtel mehr heraus - und die Jugendlichen bekommen diese Karten natürlich nicht. Auch ein Foto darf auf der kostenlosen Karte nicht fehlen.

Das Stück Plastik wird beim Einstecken gelesen und anhand des Datums auf Gültigkeit überprüft. Dazu fragt der Automat das Geburtsjahr des Kunden ab und prüft so, ob er tatsächlich 20 Jahre alt ist. Dies ist nämlich die Altersuntergrenze für Raucher in Japan. Zurzeit läuft noch ein Pilotprojekt in verschiedenen Präfekturen Japans. Doch soll das Projekt schon bald auf ganz Japan ausgedehnt werden. Da aber Jugendliche auch an diese Karten herankommen und sich also dann die Zigaretten über einen kleinen Umweg besorgen können, hat sich die japanische Firma Fujitaka eine noch bessere Art der Überprüfung einfallen lassen. Diese wird allerdings bei Datenschützern nicht allzu beliebt sein.

Riesige Datenbank: 100.000 Fotos zum Vergleichen

Das Unternehmen entwickelte einen Automaten, der nicht nur Zigaretten beherbergt, sondern gar eine Hightech-Kamera beinhaltet. Sie schießt von jedem Zigarettenkäufer ein Bild und vergleicht dieses mit Hilfe einer Datenbank von über 100.000 Fotos. In Tests soll sie anhand Alters-typischen Merkmalen bis zu 90 Prozent der Menschen richtig erkannt haben. Lediglich bei Junggebliebenen oder Menschen, die ein junges Aussehen an den Tag gelegt haben, gab es Probleme. Bisher ist diese Technik noch nicht zugelassen. Doch das wird wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Automaten-Scanner in Japan Zustimmung finden.

Biometrie scheint sich im Allgemeinen immer mehr in den Vordergrund zu schieben. In schweizerischen Krankenhäusern werden tausende Menschen, natürlich mit ihrer Zustimmung, gescannt. All das, um gegen Blut-Verklumpungen vorzugehen. Notebooks sind ebenfalls mit biometrischen Erfassungsgeräten, beispielsweise einem Fingerabdruckscanner, ausgestattet. Im Hinblick auf den Zigarettenkonsum wird die Technik zumindest die Politiker freuen, die Eltern wohl auch, die Datenschützer eher weniger.

Links zum Thema

Kommentieren