P2P-Client beteiligt Künstler an neuem Werbemodell
Limewire zu Labels: "Nehmt 40 Prozent und seid lieb"
Moritz Zielenkewitz
Der beliebte P2P-Client Limewire liegt im Dauerstreit mit den Labels. Damit könnte jetzt Schluss sein: Limewire will ein Werbemodell starten, bei dem teilnehmende Musiklabels am Gewinn beteiligt werden. Eine Win-Win-Situation für alle Parteien?
Kontextsensitive Werbung im P2P-Client Limewire - das ist der Plan, den CEO George Searle beim P2P Media Summit in Los Angeles präsentierte. Ähnlich wie Googles AdSense sollen die Werbefelder bei Suchanfragen in der Software angezeigt werden.
Werberelevante Zielgruppe
Der potenzielle Markt ist groß: Die etwa 80 Millionen Limewire-Nutzer erzeugen pro Monat fünf Milliarden Suchanfragen. Und hier will Limewire die Labels am Gewinn beteiligen, welche mit der Firma zusammenarbeiten - Participating Rights Holders nennt Limewire diese Zielgruppe.
Konkret soll das Geschäftsmodell so aussehen: Eine externe Firma namens Fanmedia kümmert sich um das Werbe-Prozedere und nimmt sich einen Anteil von 20 Prozent. Die restlichen 80 Prozent werden gleichberechtigt zwischen Limewire und den teilnehmenden Rechteinhabern aufgeteilt. Die folgende Mediengalerie gibt weitere Einblicke in das Vertriebsmodell:
Limewire: Neues Werbemodell
Der Vortrag von Limewire beim P2P Media Summit (Quelle: P2P Blog).Halblegale Refinanzierung
Auf diese Weise verdient Limewire nicht nur Geld, sondern kann die Machenschaften des P2P-Clients auch noch legalisieren: Labels und Künstler werden zwar nicht für die Musik an sich bezahlt - die wird weiterhin kostenlos heruntergeladen -, bekommen aber 40 Prozent der Werbeeinnahmen.
Hat das System Erfolg, dürfte sich die Idee in anderen Clients und Social Networks fortsetzen. Es ist aber unwahrscheinlich, dass die großen Labels, welche sich seit Jahren im Rechtsstreit mit Limewire befinden, einer Zusammenarbeit zustimmen werden. Für Indie-Labels könnte das 40/40-Modell allerdings lukrativ sein.
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