472 Euro für ein Megabyte
Handy: Daten-Transfer aus dem All günstiger als SMS
Der Wissenschaftler Nigel Bannister sagt: "Der SMS-Versand ist vier Mal teurer als die gesendeten wissenschaftlichen Daten aus dem Weltraum." Diese Meldung hört sich erst einmal spannend und interessant an. Doch wenn man die Handy-Rechnung vor sich liegen hat, wirkt sie eher unglaublich - ja fast schon frech.
Um Banninsters Rechnung zu verstehen, muss man sich eine SMS im Einzelnen anschauen: die maximale Größe für eine SMS beträgt 160 Zeichen, oder 140 Bytes. Im Text-Messaging-System gibt es dazu nur sieben statt acht Bit pro Zeichen. Der britische Forscher geht nun von einem durchschnittlichen Preis von fünf Pence pro SMS aus und errechnete einen Wert von 7.490 SMS Nachrichten = 1 Megabyte. Die vermeintliche SMS-Flut kostet also dann unglaubliche 374,49 Pfund, umgerechnet 472 Euro.
Kunden zahlen drauf
Der Betrag erscheint auf Grund des Beispiels nicht nur sehr hoch, sondern im Vergleich zum Datentranfer über das Hubble-Teleskop als "exorbitant hoch". Um einen genauen Vergleich ziehen zu können, fragte Bannister kurzerhand bei der NASA nach und bekam eine günstige Antwort: Die NASA nennt einen festen Betrag von ganzen 8,85 Pfund - ist also mit knapp 11,15 Euro wesentlich günstiger. Hinzu kommen die Kosten für das Bodenpersonal und die Bodenstationen. Diese sind bei der einzelnen SMS natürlich schon enthalten. Und trotzdem schafft der Datentransport per Hubble eine günstigere Transfer-Rate: Die Preisobergrenze liegt bei geschätzten 85 Pfund, was 107,12 Euro entspricht. Das macht noch immer einen Unterschied von knapp 273 Euro.
Provider müssen nicht reagieren
Bei den hohen Kosten könnte man meinen, dass zum Glück kein Vergleich zu den normalen DSL-Tarifen gesucht wurde. Hier werden schließlich hunderte Megabyte am Stück herunter- oder hochgeladen. Der Wissenschaftler zeigt aber mit seinen Forschungen ganz klar, dass auf beiden Seiten noch sehr viel getan werden muss. Denn auch die Datenübertragung per Hubble ist natürlich nicht wirklich günstig - obwohl die NASA und Partner sich diese wahrscheinlich locker leisten können. Dennoch, die Preis-Differenz zwischen den beiden Übertragungswegen ist enorm. Solange es aber keine kostenspezifischen "Meckereien" auf Seiten der SMS-Schreiber gibt, werden die TK-Dienste auch nicht reagieren müssen und es bleibt einfach alles beim Alten. Man kann aber davon ausgehen, dass auch hier die Preise irgendwann fallen und kundenfreundlicher angeglichen werden. Die Frage ist nur, wann?
