P2P-Plattform verletzt Urheberrechte
China-Streamer im Visier: PPLive verklagt
Moritz Zielenkewitz
Schlechte Zeiten für chinesische P2P-Plattformen: PPLive, in Deutschland bekannt durch die rechtlich unklare Übertragung der Fußball-Bundesliga, wurde wegen Verstößen des Copyrights verklagt. Laut Medienberichten aus China ist das nur die Spitze des Eisbergs.
Die Anklage ging von der chinesichen Firma Beijing Shidai Yingyin International Entertainment aus, Rechteinhaber des Films Huahua Xingjing. Dieser Streifen stand auf der chinesischen P2P-Plattform PPLive als Stream zur Verfügung. Umgerechnet 30.000 Dollar soll PPLive-Besitzer Juli Media nun zahlen.
Urheberrechte verletzt?
Juli Media sieht den Sachverhalt anders: Gegenüber ChinaTechNews gab die Firma an, viel Geld in die Wahrung von Urheberrechten auf PPLive zu investieren. Man vermute dort eine größer angelegte Kampagne gegen P2P-Plattformen im chinesischen Raum.
PPLive ist eine kostenlose Software, die Videos als Live-Stream und On Demand anbietet und über das P2P-Protokoll dezentralisiert verbreitet. Mit etwa 85 Millionen Nutzern und einer Kapitalspritze von 21 Millionen Dollar gehört die Freeware zu den beliebtesten Plattformen dieser Art.
Bundesliga per PPLive
In Deutschland ist PPLive vor allem der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ein Dorn im Auge: Das Programm nutzt die legal vom chinesischen Staatsfernsehen CCTV erworbenen Lizenzen, um den Stream abzugreifen und so weltweit zu verbreiten.
Dass auf diese Weise auch deutsche Nutzer kostenlos in den Genuss der Bundesliga kommen, gefällt der SFL keineswegs. Gegenüber netzwelt betonte DFL-Pressesprecher Christian Pfennig die Illegalität solcher Programme und gab an, rechtliche Schritte zu prüfen. Bislang ist die Anklage durch Beijing Shidai Yingyin International Entertainment aber die einzige bekannte Rechtshandlung gegen PPLive.
Bereits im Frühjahr 2008 wurde mit PPStream eine ähnliche Plattform wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt. Für deutsche Nutzer mit Fokus auf Sport-Übertragungen haben die eingeleiteten Verfahren vermutlich keinerlei Konsequenzen - zumindest bis zur Abschaltung der P2P-Streamer.
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