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13.05.2008
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Der Dienstagmorgen aus der Sicht der netzwelt

Computerspiele sind Klimakiller

Mehmet Toprak

Computerspiele sind Klimakiller

Wie immer zum Wochenstart die intellektuelle Kraftpille aus der netzwelt-Redaktion. Zur Steigerung von Motivation und Leistung bis ins hohe Alter. Doch diesmal keine salbungsvollen Erbauungssprüche, diesmal sind es Zorn und Groll, die uns so richtig in Schwung bringen. Wir haben eine Stinkwut auf "Grand Theft Auto IV".

Das überall so hochgelobte Videospiel feiert Verkaufsrekorde. 3,6 Millionen GTA-Boxen wurden bereits am ersten Tag verkauft, in der ersten Woche waren es sechs Millionen Stück. Der Hersteller Take 2 hat 500 Millionen Dollar Umsatz gescheffelt. Das Geschäft brummt und Xbox- und Playstation-Besitzer stürzen sich begeistert in den virtuellen Großstadt-Dschungel. Na prima. An die Folgen denkt mal wieder keiner.

Dabei ist das so offensichtlich. Grand Theft läuft auf richtig potenter Hardware wie Xbox 360 oder Sony Playstation 3. Die Dinger brauchen Strom. Circa 180 Watt genehmigen sich die Netzteile der Spielekonsolen bei Volllast. Jetzt kann man anfangen zu rechnen. Wenn sechs Millionen Spiele-Fans in der ersten Woche nur fünf Stunden GTA IV spielen, ergibt das eine Gesamtenergieverbrauch von 5.400.000 Kilowattstunden. Nehmen wir weiter an, ein Kraftwerk hat einen Ausstoß von 1.000 Gramm CO² pro Kilowattstunde, so kommen wir auf 5.400 Tonnen Kohlendioxid, die wegen GTA IV in die Luft geblasen werden. Nur in der ersten Woche.

Was das fürs Weltklima, die Polkappen und all die knuffigen Eisbären bedeutet, bin ich jetzt zu faul auszurechnen, aber eins ist klar: nichts Gutes.

Früher haben wir im Schein einer 40-Watt-Lampe "Fang den Hut" gespielt und dabei maximal ein paar Cracker und eine Sinalco konsumiert. Heute sitzen die Spiele-Kids 14 Stunden lang vor dem 250-Watt-Gaming-Boliden, bis der Stromzähler heiß läuft. Killerspiele sind Klimakiller.

Stromfresser Gamer-PC

Wenn demnächst eine Version von GTA für PCs auf den Markt kommt und weitere Millionen PC-Anwender sich auf das Spiel stürzen, steigt der Energieverbrauch ins Unermessliche. Millionen hochgerüsteter Intel- oder AMD-Rechner saugen sich jeder an die 200 Watt aus der Steckdose, nicht zu vergessen die 40 bis 50 Watt fürs Display. Ein enormer Energieverbrauch also, nur durch ein Großstadt-Mafia-Spiel. Apropos Mafia. Wäre keine Überraschung, wenn die Games-Fabrikanten von der Atom-Industrie gesponsert würde. Take 2, Eidos, Electronic Arts, Activision, Ubisoft als Handlanger der Energie-Lobby. Vereint hinter dem perfiden Slogan "Wir wollen doch nur spielen".



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Erfolgreiche PC-Spiele wie "Tomb Raider", "Crysis" und "Bioshock" sind auch echte Stromfresser.


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geldmann3, am 14.05.2008 11:40

Auch wenn ich nicht halbwegs an den Klimawandel glaube so wie er im Moment in den Medien verbreitet wird ist das ein guter Ansatz. Denn man muss auch mal an den ganzen Dreck denken der bei der Strom Produktion entsteht. Die Luftqualität und unsere Umwelt nehmen wenn die Menschheit so weiter macht unaufhaltbar Schaden.

Ein sehr guter Artikel finde ich, weil er auf etwas hinweißt an was man normalerweise gar nicht denkt. Nämlich die Nachteile der heutigen Technik und der sich immer weiterentwickelnden virtuellen Welt.


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