Gewaltbeherrschte Spiele sollen die Jugend nicht mehr gefährden
Computerspiele: Bundesregierung plant Verbote (Update)
Gaming
Der Bundestag wird heute Nachmittag voraussichtlich mit den Stimmen der Großen Koalition eine Änderung des Jugendschutzgesetzes beschließen. Sie ermöglicht unter anderem das Verbot "gewaltbeherrschter" Computerspiele. Die Opposition ist mit dem Vorhaben nicht zufrieden.
Das Update finden sie am Ende des Artikels
Dem Gesetzentwurf aus dem Familienministerium unter Ursula von der Leyen zufolge sollen Spiele, die "besonders realistische, grausame und reißerische Gewaltdarstellungen und Tötungshandlungen beinhalten, die das mediale Geschehen selbstzweckhaft beherrschen", mit "weitreichenden Abgabe-, Vertriebs- und Werbeverboten" belegt werden. Bisher sind allein Computerspiele für Jugendliche automatisch verboten, die Gewalt oder Krieg "verherrlichen".
Spiele nur noch unter dem Ladentisch
Wird das Gesetz wie vorgeschlagen beschlossen, wird es einfacher für die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, entsprechende Spiele zu indizieren. Diese dürfen Minderjährigen nicht zugänglich gemacht werden. Werbung, Rezensionen sowie offener Vertrieb sind gesetzlich untersagt, die Spiele dürfen laut dem Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware nur "unter dem Ladentisch" verkauft werden. In besonders schweren Fällen ist auch eine Beschlagnahmung möglich.
Anders ist es bei Spielen, die keine Altersfreigabe erhalten haben, also erst an Volljährige verkauft werden dürfen. Für diese darf geworben werden und sie dürfen frei verkauft werden. Aktuelles Beispiel ist GTA IV, das nicht nur durch Werbeplakate auf der Straße auf sich aufmerksam macht, sondern auch in den Medien eine große Aufmerksamkeit bekommen hat. Nicht zuletzt, weil die weltweit über sechs Millionen verkauften Spiele in der ersten Woche dem Publisher Take2 einen Umsatz von 500 Millionen Dollar beschert haben.
GTA IV - Screenshots
Grand Theft Auto IV - Gewaltbeherrscht oder nicht?Die drei Oppositionsparteien übten einhellig Kritik an den Plänen der Bundesregierung und fordern, dass vor allem die Medienkompetenz der Jugend verbessert werden müsse. Die FDP bemängelt die Bevormundung der Selbstkontrolle der Wirtschaft und fordert, dass Online-Spiele ebenfalls geprüft und mit Altersfreigaben versehen werden müssten.
Opposition nicht zufrieden
Den Grünen sind die Definitionen im Gesetzestext zu schwammig. Sie würden zu Rechtsunsicherheit führen und seien eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Gerichte. Die bestehenden Regelungen des Strafgesetzbuches seien ausreichend für die Verfolgung extrem gewaltverherrlichender Computerspiele. Die Linkspartei kritisiert zusätzlich die Vergrößerung der Hinweise auf die Alterseinstufungen. Jugendliche würden dadurch noch leichter erkennen, welche Spiele die interessanten seien.
Update vom 09.05.2008
Wie erwartet hat die Große Koalition mit den Stimmen von SPD und CDU die Gesetzesänderung am gestrigen Donnerstag beschlossen. Unter anderem müssen jetzt die Alterskennzeichnungen Freiwilliger Selbstkontrolle (FSK) und Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) auf Computerspielen und anderen Medien größer sein als bisher. Auf der Verpackung schreibt das neue Gesetz eine Fläche von mindestens 1.200 Quadratmillimeter vor. Auf dem Bildträger (CD, DVD) muss der Hinweis mindestens 250 Quadratmillimeter groß sein. Minderjährige Testkäufer werden vorerst nicht zur Überprüfung der Einhaltung des Gesetzes eingesetzt. Den Link zum Protokoll der Sitzung finden Sie in den Links zum Thema.
Links zum Artikel
- Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien
- Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware
- Gesetzentwurf der Bundesregierung mit Änderunge des Rechtsausschusses
- Protokoll der 160. Sitzung des Bundestages
- Reizwort Killerspiel: USK und Verbände beziehen Position
- Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle
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Dann müssten wir dringend Berichterstattungen über Kriege, Vergewaltigungen und andere Gewaltverbrechen aus dem Fernsehn verschwinden schließlich sieht auch die Jugend fern.
Na los ih Politiker macht hinne sonst gibts haue. :nudelhol:
;)
nur schade, dass so ein gesetz wieder nur augenwischerei und kosmetik ist...oder glaubt wirklich irgendein mensch, dass die steigende gewaltbereitschaft unter jugendlichen damit beseitigt wird?
oder ist es vielleicht nicht vielmehr so, dass sich bestimmte leute beim nächsten amoklauf an irgendeiner schule wie weiland pontius pilatus mit abweisend erhobenen händen nach hinten lehnen wollen und dann so sätze sagen, wie "wir von regierungsseite haben früh genug reagiert und geeignete maßnahmen ergriffen..."?
Das ist echt unverschämt von 84mio Menschen die "noch" in Deutschland wohnen drehen 3 durch und somit müssen alle anderen wieder darunter leiden dank FSK oder USK das ist kein weg und nicht die Lösung es ist nur eine frage der Zeit wie lange sich das Volk solche Methoden noch gefallen lässt.
Alle sachen kann der Staat nicht verbieten ohne das es Konsequenzen gibt!!
Zitat:
Alle sachen kann der Staat nicht verbieten ohne das es Konsequenzen gibt!!
die deutschen sind viel zu faul und träge in der hinsicht, als das dort mal irgendwas aus richtung volk passieren würde - es wird immer nur geredet, gehandelt wird selten oder nie - von daher wird selbst bei einem verbot nichts drastisches passieren - es wird stillschweigend hingenommen.
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