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08.05.2008
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Studie von Kaspersky Lab

Cyber-Kriminelle werden immer brutaler

Mehmet Toprak

 Cyber-Kriminelle werden immer brutaler

Ein abgedroschener Spruch kommt zu neuen Ehren: "Wir leben in einer gefährlichen Zeit". Der Satz dürfte 2008 für viele PC-Anwender und IT-Admins neue Bedeutung bekommen. Denn Virenspezialisten wie Kaspersky Lab oder Trend Micro weisen in aktuellen Studien auf zunehmende Aktivitäten krimineller Virencoder im ersten Quartal 2008 hin.

Die Virencoder haben ihre Methoden verfeinert. So gibt es laut Kaspersky jetzt die ersten schädlichen Bootkits, die sich im Bootsektor eines Datenträgers einnisten. Unbemerkt von der Öffentlichkeit haben sich diese Bootkits seit Anfang dieses Jahres "zum größten Problem der Antiviren-Industrie entwickelt", schreibt Alexander Gostev, leitender Virenanalyst bei Kaspersky Lab in einem ausführlichen Bericht. Möglicherweise werde das Problem "schon sehr bald alle Anwender" treffen. Dabei werden moderne Rootkit-Technologien mit dem guten alten Bootvirus kombiniert. Ein Phänomen, gegen das Antiviren-Programme offenbar noch kein Rezept gefunden haben.

Selbst die Antiviren-Programme sind nicht sicher vor den Tricks der Virenschreiber. So haben die Sicherheitsspezialisten beispielsweise Schadprogramme entdeckt, die nach Antiviren-Software auf der Festplatte suchen und diese anschließend löschen oder blockieren.

Mehr Angriffe auf Handys und PDAs

Auch mobile Geräte, egal ob iPhone oder Business-Handy mit Symbian oder Windows Mobile, geraten ins Visier der Angreifer. Die auf den Mobilgeräten gespeicherten Kontaktdaten dürften für die Cyber-Mafia Gold wert sein.

Visualisierte Viren

  • Visualisierter Virus
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Weiter heißt es in der Analyse von Alexander Gostev, dass Schwachstellen in legaler Software von Hackern ausgenutzt werden, um Schadcode zu verbreiten. "Im ersten Quartal 2008 wurde uns dies mit aller Deutlichkeit vor Augen geführt, als es Cyberkriminellen gelang, über den beliebten Download-Manager FlashGet trojanische Programme zu verbreiten", schreibt der russische Sicherheitsspezialist. Außerdem steigt die Verbreitungsgeschwindigkeit von neuen Schadprogrammen.

Täglich entdeckt Kaspersky Lab tausende neue Varianten, wobei die Schädlinge technisch immer anspruchsvoller werden. Der technologische Stillstand bei den Virenschreibern ist vorbei, so das düstere Fazit der Analyse, die auf der Webseite viruslist.de veröffentlicht wurde.

Panikmache oder reale Gefahr?

Wenn Hersteller von kommerzieller Antiviren-Software alle Jahre wieder von wachsenden Gefahren schwadronieren, stellt sich oft ein gewisses Misstrauen ein. Der Verdacht liegt nahe, dies sei nur gezielte Panikmache, damit Endverbraucher und IT-Admins wieder mehr Geld für Security-Programme ausgeben. Doch die Gefahr ist durchaus real. Das Marktforschungsinstitut IDC bläst ins gleiche Horn und spricht von zunehmender Komplexität der Attacken.

Auch das unabhängige und renommierte Sans Institute warnt verstärkt vor Cyber-Angriffen, beispielsweise durch Botnets oder Attacken auf Mobiltelefone. Das iPhone als potenzielles Angriffsziel wird ausdrücklich erwähnt. An erster Stelle der zehn gefährlichsten Attacken sieht Sans das Ausnutzen von Sicherheitslücken im Browser. Das ist besonders tückisch, wenn der arglose User ganz seriöse Websites besucht, auf denen Schadcode eingeschleust wurde.

Privatanwender und Firmenchefs sind also gut beraten, sich über das Treiben der Viren-Mafia auf dem Laufenden zu halten. Neutrale Unterstützung bietet neben dem bereits erwähnten Sans Institute das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.


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News Flash, am 05.12.2008 15:38

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