Ein subjektiver Hörtest führt zum teuersten Equipment
Eine kleine Reise des Klangs: Von MP3 bis High Fidelity
Mehmet Toprak
Als dann schließlich Maria Callas die Arie "La mamma morta" zum besten gibt, verfestigt sich mein Urteil. Auch hier ist die Stereoanlage dem MP3-Player deutlich überlegen. Man hört die Brusttöne der Stimme, glaubt, Atmung und Luftströmung mitzuhören, während der Sansa die Arie zwar schön und stimmig wiedergibt, aber doch manche Nuance unterschlägt und der unsterblichen Operndiva damit viel von ihrer Individualität nimmt.
MP3: Musik für Optimisten
Das durchaus subjektive Fazit des Hör-Tests: Im Vergleich zu unkomprimierter Musik aus der Hi-Fi-Anlage klingt Musik aus dem MP3-Player deutlich weniger räumlich - was eventuell an der Komprimierung liegt -, und bringt weniger Klangfarben, Bass und Natürlichkeit - was eventuell an der verwendeten Hardware liegt. Ganz überspitzt ausgedrückt: MP3 reduziert die Musik auf Melodien zum Mitpfeifen.
Das allerdings ist natürlich die pessimistische Sicht des Hi-Fi-Enthusiasten, der beim Musikhören gewohnt ist, die Ohren zu spitzen. Die Wahrheit ist aber natürlich: Oft konsumieren wir Musik nur nebenher. Bei der Arbeit, um gute Stimmung zu verbreiten, beim Joggen, um uns im Rhythmus zu halten, bei der Hausarbeit, um in Schwung zu bleiben. Wer beim Tapezieren Opernarien hört oder Hip Hop beim Joggen, den stören die ganzen Nuancen und Details vielleicht nur. Der genießt Musik einfach nur, um Spaß zu haben. Und da genügt ein MP3-Player, und Musik mit 128 oder 160 Kilobit pro Sekunde.
High-End-Zubehör für iPod & Co
Wer es aber beim Musikhören genau nimmt und heraushören will, ob die Musiker ihre Instrumente richtig gestimmt haben, der sollte auf MP3 mit der höchsten Qualitätsstufe 320 Kilobit pro Sekunde setzen und sich einen besseren Kopfhörer dazukaufen. Eine Investition von 30 oder mehr Euro bringt hörbar mehr Klangfarben, mehr Fundament und mehr Auflösung.
Womit wir zuletzt bei den schwierigen Zeitgenossen angekommen wären, die auch dann noch nicht zufrieden sind. Die wollen einerseits auf die superpraktischen kleinen Musikplayer nicht verzichten, andererseits aber anspruchsvolles Hi-Fi und klangliches Maximum. Inzwischen haben sich die Hersteller von Highendanlagen auf diese exklusive Kundschaft eingerichtet und bieten interessante Geräte an, die Highend und iPod miteinander versöhnen sollen. An erster Stelle zu nennen wären die zahlreichen Docking-Stations, beispielsweise von Marantz, Denon, B&W oder Pure.

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Die Docking-Station IS201 von Marantz lässt sich auch über die System-Fernbedienung einer Marantz-Anlage ansteuern. (Bild: Marantz)
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