Ein subjektiver Hörtest führt zum teuersten Equipment
Eine kleine Reise des Klangs: Von MP3 bis High Fidelity
Fast wäre dieser Artikel nicht rechtzeitig fertig geworden. Bevor ich über MP3 und High-End-Technik zu schreiben anfing, hatte ich mir nämlich in den Kopf gesetzt, einen kurzen Hörtest mit meinem MP3-Player vorzuschalten. Aus den angesetzten zwei Stunden wurden dann ungefähr sechs Stunden angestrengten Hörens.
Inhaltsverzeichnis
- 1Für ganz feine Ohren: AC/DC Live
- 2MP3 macht Räume klein
- 3Die Hardware macht den Klang
- 4MP3: Musik für Optimisten
- 5High-End-Zubehör für iPod & Co
- 6Die Spitze der Klangkultur
- 7iPod-Docking-Station aus Kunstkoralle
- 8Günstiger als ein Kleinwagen
Zunächst einmal suchte ich einige kurze Musikstücke aus, die ich sehr gut kenne. Ein Stück von AC/DC, Kammermusik von Schubert und Bach, ein Stück von Yello, der dritte Satz aus der zweiten Symphonie von Sibelius und eine Opernarie, gesungen von Maria Callas. Diese Stücke kopierte ich mit dem Mediaplayer 11 zweimal auf die Festplatte: mit 128 Kilobit pro Sekunde (eher schlechte Klangqualität) und mit 320 Kilobit (optimale Qualität). Dann wurde das Hörtest-Set per Synchronisation auf den MP3-Player Sandisk Sansa e280 übertragen.
Bei den Hör-Sessions habe ich mich von schlechter Qualität zu Spitzenqualität hochgearbeitet. Also zuerst die 128er, dann die 320er-Version der MP3s. Schließlich kam die Original-CD in der Stereoanlage zu Gehör, ein Marantz PM 7000 mit Sony-CD-Player und dem halboffenen Beyer-Dynamic-Kopfhörer DT 880.
Für ganz feine Ohren: AC/DC Live
Eigentlich entstand schon beim ersten Track, "Fire your Guns" von der Live-Platte der australischen Stadionrocker AC/DC, eine vorläufige Erkenntnis. MP3 mit 128 Kilobit pro Sekunde ist nicht viel schlechter als die 320er Version, einen wirklich großen Unterschied konnte ich jedenfalls nicht ausmachen. Allenfalls, dass MP3 mit 320 Kilobit pro Sekunde etwas mehr Details bringt und Instrumente wie Stimmen eine Spur natürlicher klingen.
Ein deutlicher Unterschied zeigt sich aber, wenn man die Original-CD in den CD-Player legt. Nicht nur, dass Auflösung und Detailtreue zunehmen, vor allem die Räumlichkeit ist jetzt eine Klasse besser. Beim CD-Player konnte man vor dem inneren Auge die große Bühne sehen, auf dem Gitarren-Teufelchen Angus Young herumspringt. Außerdem ist der Klang besonders in den Tiefen wesentlich kräftiger, sodass der Sound mehr Fundament und Volumen hat. So hat die röhrende Stimme des Sängers Brian Johnson jetzt richtig Kraft. Für die Luftgitarrenspieler und Mitgröler beim AC/DC-Stadionrock ist der MP3-Player aber allemal ausreichend.
Hörtest mit dem Sansa e280 und diversen Kopfhörern. (Bild: Sandisk)
MP3 macht Räume klein
Auch beim zweiten Stück, dem Scherzo aus Schuberts "Forellenquintett", der gleiche Eindruck. Ist zwar kein Stück zum Mitgrölen. Kommt aber klanglich gut auf dem Sansa, selbst bei 128 Kilobit. Auf der großen Stereoanlage mit dem Beyer-Dynamic-Hörer DT 880 erscheinen aber mehr Klangnuancen. Plötzlich hört man auch "Nebengeräusche" wie das Schwingen des Holzkörpers beim Cello oder das Umgreifen auf den Saiten ganz deutlich. Und plötzlich spielt das Borodin-Quartett auch in einem viel größeren Raum und man glaubt zu hören, wo die einzelnen Musiker stehen.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 5 Beiträge
Zitat: Mein persönliches Fazit lautet also: Wer - wie ich - seine Musiksammlung der großen Auswahl wegen für unterwegs immer parat haben möchte, sollte bei 128 KB/s bleiben: niedriger...
Sehr interessanter, gelungener Artikel. Ich persönlich höre meine Musik beinahe ausschließlich im MP3-Format bei einer Bitrate von 128 KB/s. Ich habe erst heute wieder getestet, ob ich den...
Hi drksn, bei Hörtests scheiden sich die Geister, dieser hier ist bewusst subjektiv durchgeführt worden und hat keinen Anspruch auf Vergleichbarkeit. Betrachte es eher mit einem Augenzwinkern,...
Hallo, ich will mir den Artikel nicht nochmal durchlesen, aber habe ich es richtig verstanden: Du hast die CD in der Anlage und den MP3 Player mit Kopfhörern jeweils unterschiedlicher Qualität...
Toller Artikel, aber eins wurde vergessen zu erwähnen, wie die Einstellungen für die MP3 Umwandlung waren. Den wenn ich eine Audio-CD in MP3 Umwandle kommt es drauf an wie Umgewandelt worden ist,...