Ein subjektiver Hörtest führt zum teuersten Equipment
Eine kleine Reise des Klangs: Von MP3 bis High Fidelity
Mehmet Toprak
Fast wäre dieser Artikel nicht rechtzeitig fertig geworden. Bevor ich über MP3 und High-End-Technik zu schreiben anfing, hatte ich mir nämlich in den Kopf gesetzt, einen kurzen Hörtest mit meinem MP3-Player vorzuschalten. Aus den angesetzten zwei Stunden wurden dann ungefähr sechs Stunden angestrengten Hörens.
Zunächst einmal suchte ich einige kurze Musikstücke aus, die ich sehr gut kenne. Ein Stück von AC/DC, Kammermusik von Schubert und Bach, ein Stück von Yello, der dritte Satz aus der zweiten Symphonie von Sibelius und eine Opernarie, gesungen von Maria Callas. Diese Stücke kopierte ich mit dem Mediaplayer 11 zweimal auf die Festplatte: mit 128 Kilobit pro Sekunde (eher schlechte Klangqualität) und mit 320 Kilobit (optimale Qualität). Dann wurde das Hörtest-Set per Synchronisation auf den MP3-Player Sandisk Sansa e280 übertragen.
Inhalt
- Für ganz feine Ohren: AC/DC Live
- MP3 macht Räume klein
- Die Hardware macht den Klang
- MP3: Musik für Optimisten
- High-End-Zubehör für iPod & Co
- Die Spitze der Klangkultur
- iPod-Docking-Station aus Kunstkoralle
- Günstiger als ein Kleinwagen
Bei den Hör-Sessions habe ich mich von schlechter Qualität zu Spitzenqualität hochgearbeitet. Also zuerst die 128er, dann die 320er-Version der MP3s. Schließlich kam die Original-CD in der Stereoanlage zu Gehör, ein Marantz PM 7000 mit Sony-CD-Player und dem halboffenen Beyer-Dynamic-Kopfhörer DT 880.
Für ganz feine Ohren: AC/DC Live
Eigentlich entstand schon beim ersten Track, "Fire your Guns" von der Live-Platte der australischen Stadionrocker AC/DC, eine vorläufige Erkenntnis. MP3 mit 128 Kilobit pro Sekunde ist nicht viel schlechter als die 320er Version, einen wirklich großen Unterschied konnte ich jedenfalls nicht ausmachen. Allenfalls, dass MP3 mit 320 Kilobit pro Sekunde etwas mehr Details bringt und Instrumente wie Stimmen eine Spur natürlicher klingen.
Ein deutlicher Unterschied zeigt sich aber, wenn man die Original-CD in den CD-Player legt. Nicht nur, dass Auflösung und Detailtreue zunehmen, vor allem die Räumlichkeit ist jetzt eine Klasse besser. Beim CD-Player konnte man vor dem inneren Auge die große Bühne sehen, auf dem Gitarren-Teufelchen Angus Young herumspringt. Außerdem ist der Klang besonders in den Tiefen wesentlich kräftiger, sodass der Sound mehr Fundament und Volumen hat. So hat die röhrende Stimme des Sängers Brian Johnson jetzt richtig Kraft. Für die Luftgitarrenspieler und Mitgröler beim AC/DC-Stadionrock ist der MP3-Player aber allemal ausreichend.

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Hörtest mit dem Sansa e280 und diversen Kopfhörern. (Bild: Sandisk)
MP3 macht Räume klein
Auch beim zweiten Stück, dem Scherzo aus Schuberts "Forellenquintett", der gleiche Eindruck. Ist zwar kein Stück zum Mitgrölen. Kommt aber klanglich gut auf dem Sansa, selbst bei 128 Kilobit. Auf der großen Stereoanlage mit dem Beyer-Dynamic-Hörer DT 880 erscheinen aber mehr Klangnuancen. Plötzlich hört man auch "Nebengeräusche" wie das Schwingen des Holzkörpers beim Cello oder das Umgreifen auf den Saiten ganz deutlich. Und plötzlich spielt das Borodin-Quartett auch in einem viel größeren Raum und man glaubt zu hören, wo die einzelnen Musiker stehen.
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Toller Artikel, aber eins wurde vergessen zu erwähnen, wie die Einstellungen für die MP3 Umwandlung waren.
Den wenn ich eine Audio-CD in MP3 Umwandle kommt es drauf an wie Umgewandelt worden ist, Stereo oder Joined Stereo, denke das dies voll Entscheident ist
Hallo,
ich will mir den Artikel nicht nochmal durchlesen, aber habe ich es richtig verstanden: Du hast die CD in der Anlage und den MP3 Player mit Kopfhörern jeweils unterschiedlicher Qualität getestet?
Hast du auch versucht die MP3 direkt auf der Anlage abspielen zu lassen? Wenn nicht, dann ist die Aussage, dass MP3 den Raum kleiner macht nicht nachvollziehbar. Auch ist klar, dass ein genereller Unterschied zwischen dem Klang einer Anlage und auch eines guten Kopfhörers existiert.
In einem Raum kann sich der Klang natürlich viel besser entfalten, als zwischen Kopfhörer und Ohr.
Ein realistischer Test wäre gewesen, den MP3 Player eben über solch eine Docking Station an die Anlage zu schließen, wo am besten der Sound digital abgegriffen wird, somit möglichst verlustfrei an die Boxen geht und dies dann mit dem Klang einer CD verglichen wird. Zusätzlich könnte man noch den Line-Out des MP3-Players an der Anlage testen, inwiefern da ein Unterschied zu hören ist.
Wenn du MP3 mit CD/verlustfreiem Format vergleichen willst, brauchst du schon eine gleiche Basis, wo der Ton ausgegeben wird. Beim MP3-Player hättest du auch mal die Tracks als *.WAV testen können. Aber so ein Quer-Vergleich zwischen MP3-Player und Anlage ist nicht aussagekräftig.
Auch ohne jetzt ein HiFi-Spezi zu sein, macht es schon einen Unterschied, wie du die MP3 komprimierst. Zwischen einer 128 Bit-MP3 komprimiert mit Encoder X und einer vom Encoder Y liegen manchmal Welten. Hab damals z.B. den XING-Encoder mit LAME oder dem Fraunhofer vergleichen. Einen Windows Media Player würde ich, wenn ich nur ein bißchen Wert auf Qualität lege, die Konvertierung nicht anvertrauen. Allein vom Gefühl her ;)
Es gibt schon sehr viele Regler, an denen man drehen kann, von daher denke ich dass dieser Test etwas zu oberflächlich durchgeführt wurde.
Wenn ich im Artikel etwas falsch verstanden hab, bitte ich um Korrektur.
Mfg
Hi drksn,
bei Hörtests scheiden sich die Geister, dieser hier ist bewusst subjektiv durchgeführt worden und hat keinen Anspruch auf Vergleichbarkeit. Betrachte es eher mit einem Augenzwinkern, in was für verrückte Welten man vordringt, wenn man sich mit dieser Materie eingehender beschäftigt. Siehe auch diesen Artikel dazu:
www.netzwelt.de/news/76521-im-land-der-audiowunderkabel.html
Viele Grüße und schöne Pfingsten
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