Urheberrecht für russische Botnetz-Software gefordert
Viren-Schreiber: "Befolgt Copyright, sonst petzen wir"
Moritz Zielenkewitz
Jeder Künstler möchte seine Werke schützen. Das denken auch Viren-Programmierer, die ihre Schädlinge mühsam aufgezogen haben. Daher hing an einer russischen Botnetz-Suite auch ein Lizenzvertrag. Der Clou: Missetäter werden beim Feind angeschwärzt.
Corpus Delicti ist ein Programm-Paket namens Zeus, mit dem Kriminelle die Computer ahnungsloser Besitzer zu Zombie-PCs in einem Botnetz machen können. Software dieser Art wird im Untergrund des Internets für teils hohe Summen verschachert, denn mit einem einmal etablierten Botnetz lässt sich ordentlich Geld verdienen - sei es durch Spam, Phishing oder Spionage.
Die Botnetzbaulizenz
Die russischen Viren-Programmierer waren erpicht darauf, diese Goldgrube nicht aus den Händen zu geben und setzten einen Lizenzvertrag auf. Der Inhalt: Die Malware-Suite dürfe nicht weiterverkauft, an Securityfirmen gegeben sowie für nicht geplante Zwecke verwendet und ihr Code nicht ausgelesen werden.

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Der vermeintliche Lizenzvertrag im Original.
(Quelle: Symantec.com, Klick vergrößert.)
Soweit bewegt sich alles noch im Rahmen eines gewöhnlichen End User License Agreement (EULA), doch die Verfahrensweise bei Nichteinhaltung schlägt einen schärferen Ton an: Man werde den Käufer bei Sicherheitsfirmen verpetzen und Hinweise geben, wie die Botnetze zerstört oder am Wachstum gehindert werden könnten.
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