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Zweigeteilt: LG KF600 im Test
Verspiegelter Schlitten mit leichten Schwächen

von Yasmin Kötter Uhr veröffentlicht

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Aus eins mach zwei, das hat sich LG bei seinem neuen Slider KF600 gedacht und die Oberfläche in Display und Touchscreen aufgespalten: Oben gucken, unten anfassen, heißt die Devise. Und genau das hat netzwelt im Test gemacht.

Aus eins mach zwei, das hat sich LG bei seinem neuen Slider KF600 gedacht und das Display aufgespalten: Die obere Hälfte ist allein zur Anzeige gedacht, die untere ist ein kleiner Touchscreen - bei LG Interactive Pad genannt - der zur Bedienung des Handys dient.

Bis auf das raffinierte Display ist das Handy klassisch designed und ähnelt anderen LG-Modellen wie dem KF510 oder dem KF700. Der Körper des KF600 ist schwarz, die Slider-Oberseite verspiegelt, silbern mit Metall eingefasst und das Gerät insgesamt gut verarbeitet.

Der Slider LG KF600 hat ein zweigeteiltes Display.

Display und Touchscreen: Oben gucken, unten anfassen

Dass nicht die komplette Fläche als Touchscreen fungiert, ist im ersten Moment ungewohnt. Die Finger wollen immer wieder auf dem oberen Teil Menüpunkte anwählen. Hier braucht es für alle, die einen größeres berührungsempfindliches Display gewohnt sind, etwas Umgewöhnungszeit. Ein Vorteil der Zweiteilung macht sich allerdings genauso schnell bemerkbar: Es gibt nicht wie beim Touchscreen Fingerabdrücke auf der abzulesenden Fläche.

Das Bedienen des knapp 1,5 Zoll messenden Interactive Pad ist komfortabel. Es reagiert erfreulich schnell und gibt durch leichtes Vibrieren Rückmeldung auf die Eingaben. Die Stärke der Vibration lässt sich im Menü variieren und wenn gewollt ganz abstellen. Je nachdem, welche Funktion der Handy-Nutzer anwählt, verändern sich die angezeigten Tasten und nur die wirklich benötigten Funktionen stehen zur Auswahl. So zeigt das Display im Menü eine Navigationstaste und im MP3-Player die entsprechenden Playertasten an.

LG KF600

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Auf dem KF600 sind verschiedene Keith-Haring-Themen vorinstalliert.

Für fleißige SMS-Schreiber ist die Tastatur unterm Slider gut, blindes Tippen ist auf der glatten Fläche jedoch nicht möglich. Außerdem liegen die Druckpunkte der einzelnen Tasten recht nah beeinander, sodass größere Finger gerne mal die falsche Taste erwischen.

Außeneinsatz: Spieglein, Spieglein in der Hand

Die edle Spiegeloptik mag in Innenräumen Entzücken hervorrufen. Draußen schlägt die Begeisterung schnell in Verzweiflung um. Dieses Leid teilt sich das KF600 mit Modellen wie dem LG Shine. Das Display ist im Sonnenlicht sehr schlecht lesbar, selbst bei maximal eingestellter Helligkeit. Drei der vohandenen Themen, zu denen fünf animierte Keith-Haring-Motive gehören, mildern die Unzufriedenheit dank hellen Hintergründen. Leider bleibt das Interactive Pad stets beim schwarzen Hintergrund und ist daher schlechter abzulesen als der Rest.

Zumindest um den MP3-Player und die Kamera des KF600 zu starten, bedarf es jedoch gar nicht des Displays. Für beide Features hält das LG KF600 eine Schnellwahl-Taste bereit. Nur hat LG die bedauerlicherweise genau gegenüberliegend an den Gehäuseseiten platziert, sodass man gerne beim Drücken der einen versehentlich durch das Gegenhalten die andere Taste drückt und statt der Kamera den MP3-Player startet.

Die Tasten haben einen guten Druckpunkt, sind aber nicht fühlbar voneinander getrennt.

Multimedia: Im Schneckentempo Fotos schießen

Immerhin an der Ausstattung und den Funktionen der verbauten Drei-Megapixel-Kamera gibt es wenig auszusetzen: Neben verschiedenen Szenenmodi stehen Serienbildaufnahme, Einstellungsmöglichkeiten wie Weißabgleich und ein Videomodus zur Auswahl. Mit dem dreht das LG-Handy kleine Videosequenzen mit einer Auflösung von 320 mal 240 Pixeln.

In der Praxis zeigt sich, dass besonders ein Adjektiv kennzeichnend für die Kamera des KF600 ist: langsam. Sie startet langsam, braucht lange zum Fokussieren und lange zum Auslösen. Die Auslöseverzögerung ist mit drei Sekunden deutlich zu lang und die Kamera damit absolut nicht Schnappschuss-tauglich. Dadurch, dass der Handy-Besitzer so lange still halten muss, bis das Bild ausgelöst ist, verwackeln die Bilder zudem schnell.

Unter heller Lichteinstrahlung ist das Display wie erwähnt schlicht unlesbar. Da macht Fotografieren mit der Kamera keine Freude, denn der Fotograf muss auf gut Glück auslösen - was er vor der Linse hat, kann er leider auf der Spiegelfläche nicht erkennen. Bei der sonstigen Benutzung schafft das Abschirmen mit der Hand etwas Abhilfe. Ist das Foto gemacht und nicht von vorne herein verwackelt, überzeugt die Qualität der Aufnahmen. Die Farben sind satt und der Autofokus beweist, dass er gute Arbeit leistet.

Neben der Drei-Megapixel-Kamera und einem Radio bietet das LG KF600 in der Kategorie Multimedia einen MP3-Player, der mit allen gängigen Formaten wie MP3, AAC und WAV zurechtkommt. Playlisten erstellen und einzelne Lieder anwählen geht leicht von der Hand. Für einen guten Klang gibt es verschiedene Equalizer wie Rock, Bass oder Konzert. Allerdings sollten Käufer die mitgelieferten Kopfhörer getrost gegen eigene tauschen. Das ist dank des mitgelieferten Adapterstücks mit 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss möglich.

Speicher und Datenverbindungen: Spärlich

Damit genügend Musik auf das Handy passt, gibt es einen Steckplatz für MicroSD-Karten. Der ist zwar unpraktisch unter dem Akku platziert, bietet aber zumindest die Möglichkeit, den kleinen internen Speicher von 25 Megabyte aufzustocken. Schließt man das KF600 per USB an den heimischen Computer an, erkennt dieser das Handy als Massenspeicher - sofern eine Speicherkarte im Gerät steckt - und Musik oder andere Dateien landen per Drag-and-Drop auf dem Mobiltelefon.

In den Einstellungen finden sich verschiedene Themen von Keith Haring.

Wer bei einem schnittigen Handy wie dem KF600 eine schnelle Datenverbindung erwartet, wird enttäuscht. Das KF600 funkt ausschließlich in GSM-Netzen, den Datenturbo UMTS oder gar HSDPA unterstützt das Handy nicht. Lediglich in den Netzen von T-Mobile und Vodafone steht EDGE zur Verfügung. Für die Übertragung im Nahbereich bietet das LG-Handy Bluetooth und eine Kabelverbindung per USB.

Was die sonstige Ausstattung anbelangt, hält das KF600 keine Überraschungen bereit. Von Wecker über Taschenrechner bis zum Kalender mit bis zu 1.000 Kontakten findet sich alles, was ein Handy haben sollte in der Kategorie Extras. Die zwei vorinstallierten Spiele zum Zeitvertreib verbergen sich in den Eigenen Dateien.

Die Klangqualität des LG KF600 ist gut. Die Gesprächspartner sind sowohl bei der Verbindung zu anderen Handys als auch ins Festnetz klar und ohne hörbare Verzögerungen zu verstehen. Lediglich die Maximal-Lautstärke könnte höher sein.

Fazit: Schick und bedienfreundlich mit Schwächen

Das KF600 von LG ist ein ansehnlicher Begleiter. Mit der edlen Optik und der guten Verarbeitung kann der Slider im Test punkten. Die Besonderheit des Handys, das zweigeteilte Display, erfordert eine kleine Umgewöhnung, da im Gegensatz zu anderen LG-Handys mit Touchscreen nur der untere Teil berührungsempfindlich ist. Im Großen und Ganzen lässt sich das KF600 jedoch gut bedienen. Angenehm ist bei der Eingabe die Rückmeldung durch Vibration.

Alternative Kopfhörer lassen sich zwar nicht direkt an das Handy, aber über ein Adapterstück anschließen.

Was gut aussieht, muss nicht immer brauchbar sein. Das trifft auf die verspiegelte Oberfläche des LG-Handys zu, das im Sonnenlicht nur sehr schwer zu entziffern ist, selbst bei maximal eingestellter Helligkeit. Besonders beim Fotografieren mit der integrierten Drei-Megapixel-Kamera stört die Spiegelung des Displays.

Die Kamera des KF600 ist bedauerlicherweise sehr langsam, macht dafür scharfe und farbechte Fotos. Am MP3-Player gibt es nichts auszusetzen - er ist einfach zu bedienen und kann mit seinem Klang überzeugen. Enttäuschend in Sachen Ausstattung ist die spärliche Liste an Datenverbindungen. UMTS und HSDPA suchen potentielle Käufer vergeblich. Damit ist der LG-Slider kein Weggefährte für regelmäßiges mobiles Surfen.

Insgesamt zeigt sich das LG KF600 im Test solide. Der Preis von etwa 270 Euro ohne Vertrag wirkt aufgrund der fehlenden Datenfunktionen etwas hoch. Dafür überzeugt das Handy mit seiner Optik und der leichten Bedienung.

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Aus eins mach zwei, das hat sich LG bei seinem neuen Slider KF600 gedacht und das Display aufgespalten: Oben gucken, unten anfassen. Genau das hat netzwelt im Test gemacht.
http://www.netzwelt.de/news/77619-zweigeteilt-lg-kf600-test.html
2008-05-06 18:18:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/lg-kf600-3-350-1210075276.jpg
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