Drastische Plakataktion der Business Software Alliance
Das Netz zieht sich zu: Softwareindustrie gegen Raubkopierer
Mehmet Toprak
Seit vielen Jahren startet die Business Software Alliance (BSA) regelmäßig Aktionen, um auf das Problem von Raubkopien aufmerksam zu machen. Teilweise mit recht drastischen Plakaten, die Firmenchefs hinter Gittern zeigen, versucht die Interessenvertretung der Software-Industrie die IT-Verantwortlichen in Unternehmen aufzuschrecken. Auch in diesen Tagen schlägt die Software-Polizei wieder zu. Ab dem 1. Mai soll eine Kampagne in Hamburg vor den Risiken unlizenzierter Software warnen.
Für die Aktion hat die BSA sich das Gemeindehaus der Gnadenkirche in Hamburg ausgesucht. Dort soll den ganzen schönen Mai lang ein Riesenposter auf das Problem der Raubkopien aufmerksam machen. Daneben ist eine Installation zu sehen, bestehend aus einem Netz, in dem eine ertappte Firma samt Computern und Mitarbeitern gefangen ist. "Das Netz zieht sich zu!", lautet das sinnige Motto.

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Raubkopierer im Netz – drastische Plakataktion der BSA.
Allerdings räumt die BSA, die in Deutschland Microsoft, Adobe, Apple, Symantec und Corel zu ihren Mitglieder zählt, selbst ein, dass Firmen oft nicht absichtlich, sondern aus Unachtsamkeit "in den Zustand der Unterlizenzierung" geraten. Die sollen noch einmal davonkommen, wenn sie die Programme schleunigst nachlizenzieren.
Die Organisation stellt in diesem Fall auf der Homepage Software-Tools und Infos bereit, um lizenztechnisch wieder auf die sichere Seite zu gelangen. Andernfalls aber gibt es keine Gnade, trotz Gnadenkirche. So nimmt die BSA "gerne Hinweise entgegen, die an Polizei und Staatsanwaltschaft weitergeleitet werden können". Dafür hat die BSA eine eigene Sektion auf der Website eingerichtet, bei der man Verstöße melden kann.
Viel erreicht wurde bisher nicht. Die Raubkopierrate in Deutschland liegt seit Jahren bei etwa 30 Prozent und sinkt nur sehr langsam. Doch die BSA rackert unverdrossen weiter und denkt sich jedes Jahr neue provokante Aktionen aus. Als Begründung für den hartnäckigen Kampf gegen Raubkopierer gibt die BSA nicht nur die verlorenen Einnahmen der Software-Hersteller an. Sie argumentiert, dass nicht lizenzierte Programme ein Sicherheitsrisiko darstellten, da Updates oder Bug-Fixes übers Netz mit illegaler Software nicht möglich sind.
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