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30.04.2008
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Kostenlose Profi-Funktionen machen Microsoft Konkurrenz

Duell der Schreibtischtäter: OpenOffice gegen Microsoft

Mehmet Toprak

Wie viele Anwender die Bürosoftware tatsächlich nutzen, ist schwer zu sagen, da sie über viele Kanäle vertrieben wird, wie Downloads und CDs. Jede CD darf dabei beliebig oft installiert werden. Marktforscher schätzen den derzeitigen Marktanteil auf etwa zehn Prozent.

Gegründet wurde das Projekt im Jahr 2000. Die erste Version 1.0 erschien Ende April 2002. Hauptsponsor ist Sun Microsystems. Auch Novell, IBM oder Google dürfen sich zu den großen Sponsoren ("major contributors") zählen. Die Microsoft-Konkurrenz nutzt OpenOffice.org, um dem Riesen aus Redmond öfter mal eins auszuwischen, viel verdienen können sie mit dem Programm nicht.

Im Herbst 2008 soll die Version 3.0 erscheinen. Bei dieser wird sich wohl das Lizenzmodell ändern. Bisher war GNU (Lesser General Public License) maßgebend. Dieses Lizenzmodell soll im Wesentlichen sicherstellen, dass jedermann die Software frei nutzen, für eigene Zwecke modifizieren und weitergeben darf. Die kommende Version 3.0 steht voraussichtlich unter GNU Version 3 (LGPL 3). Diese bietet unter anderem einen besseren Schutz vor Softwarepatenten.

Eine Million Dollar für gute Ideen

OpenOffice.org ist zwar kostenlos. Allerdings sucht das Projekt ständig ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich beispielsweise als Entwickler oder beim Lokalisieren der Sprachversionen betätigen. Auch wer Bugs oder fehlende Funktionen mitteilt, macht sich nützlich. Wer mitmachen will, muss sich als User eintragen, anfallende Aufgaben werden dann über Mailinglisten diskutiert und an geeignete Teilnehmer verteilt. Auch Geldspenden helfen OpenOffice.org, das Projekt weiterzuführen. Derzeit arbeiten circa 450.000 Menschen mit.

Sun Microsystems hat im Januar 2008 einen Preis von einer Million Dollar ausgeschrieben, der mehreren Open-Source-Communitys zugute kommen soll, darunter eben auch OpenOffice.org. Die "$1 Million Open Source Community Innovation Awards Program" betitelte Förderinitiative soll Mitarbeiter oder Teams (bis maximal zehn Personen) belohnen, die besonders innovative Projekte oder Ideen beigesteuert haben. Da auch fünf andere Open-Source-Communitys teilnehmen, müssen diese sich auch das Preisgeld teilen. Bleiben immer noch 175.000 US-Dollar für OpenOffice.org. Das Förderprogramm gilt weltweit, da Sun aber seinen Sitz in den USA hat, sind Interessenten aus bestimmten Ländern ausgeschlossen: Kuba, Iran, Syrien, Nordkorea, Sudan und Burma. Was die Menschen in diesen Ländern nicht daran hindern wird, sich die Büro-Suite kostenlos auf den PC zu laden.


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