Konkurrenz für Nokia Communicator
Konkurrenz für Nokia: Smartphone von Acer
Mehmet Toprak
Der Club der Smartphone-Spezialisten wie Nokia, Sony Ericsson, Samsung oder RIM bekommt ein neues Mitglied. Acer will wahrscheinlich noch 2008 ein Business-Handy auf den Markt bringen. Das gab Acer-Präsident Gianfranco Lanci laut einem Bericht der Infoworld auf einer Konferenz für Investoren in Taipeh bekannt.
Erst Anfang März hatte der PC-Riese die Übernahme des taiwanischen Smartphone-Hersteller Eten für knapp 300 Millionen US-Dollar angekündigt. Diese sollte im Sommer abgeschlossen sein. Die Ankündigung Lancis kommt ziemlich schnell, offenbar will man die Investoren frühzeitig davon überzeugen, dass der Übernahme jetzt auch schnell Taten, sprich hochwertige Mobiltelefone, folgen.
Noch im Februar hatte Eten ein Handy auf dem Mobile World Congress vorgestellt, das über TV-Funktionen verfügt und DVB unterstützt. In Deutschland gibt es die Eten-Telefone unter dem Namen Glofiish zu kaufen. Beispielsweise das Glofiish M700. Das Gerät arbeitet mit dem Betriebssystem Windows Mobile 5.0 und bietet als Besonderheit eine ausziehbare Tastatur und eine integrierte GPS-Navigation. Die kommenden Glofiish-Telefone aus dem Hause Acer sollen dann über die Läden der Mobilfunkanbieter vertrieben werden. Wann die Geräte auch in Deutschland erhältlich sein werden, ist noch nicht bekannt. Unklar ist auch, ob Acer am für deutsche Ohren seltsamen Namen Glofiish festhalten wird.
Etablierte Anbieter: Nokia, Sony Ericsson, Samsung
Auf der Konferenz erklärte Lanci, dass der taiwanische IT-Gigant zehn Prozent seiner Einnahmen aus dem Absatz der Mobiltelefone generieren wolle. Ein ehrgeiziges Ziel, selbst für den drittgrößten PC-Hersteller der Welt, denn auf dem Mobiltelefon-Markt tummeln sich bereits Schwergewichte wie Nokia, Samsung oder Sony Ericsson. Allein Nokia hat im letzten Quartal 2007 weltweit mehr als 133 Millionen Mobiltelefone verkauft, hat das Marktforschungsinstitut Gartner errechnet. Als Konkurrenzmodelle zu den Acer-Smartphones sind Modelle wie Samsungs SGH-i550, das Asus M930W oder Nokias E90 Communicator zu sehen.
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Besser als Nokia? Ausziehbare Tastatur, GPS-Navigation und WLAN zeichnen das Glofiish M700 aus. (Bild: Eten)
Dass der Absatz der Business-Telefone auch in Zukunft steigt, gilt als ausgemachte Sache. Nicht nur wegen der neuen Märkte in China, Russland oder Indien. Experten vermuten, dass Unternehmen ihre mobilen Mitarbeiter bald verstärkt mit Geräten wie PDAs, Notebooks oder eben Smartphones ausrüsten werden.
Dabei kommen die Geräte sozusagen durch die Hintertür in die Firmen-IT. Manager schaffen sich privat ein Business-Handy an, wollen dann aber Termine und Adressen mit ihrem Outlook oder Notes auf dem Arbeitsplatz-Rechner abgleichen. Dazu brauchen sie den Administrator. Wenn nun jeder Kollege mit einem anderen Gerät ankommt und Support verlangt, entsteht schnell Chaos. Für IT-Admins ist es daher auf Dauer besser, die Anschaffung mobiler Geräte für die Mitarbeiter selbst zu steuern. Unter den Angeboten, die Admins dann sichten werden, könnte demnächst auch ein Business-Handy von Acer sein.
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