Konkurrenz für Nintendos Wii
Noch geheim: Microsofts neuer Spielecontroller
Mehmet Toprak
Neue Produkte werden von IT-Firmen meistens so lange unter Verschluss gehalten, bis sie marktreif sind und erst dann offiziell angekündigt. Schließlich soll die Konkurrenz möglichst lange im Dunkeln tappen. Firmen wie Apple oder Microsoft haben die Geheimnistuerei fast zur Perfektion gebracht. Fast. Denn eine Lücke gibt es immer und das sind die Anträge für die Patentbehörden, mit denen die Entwickler ihre Ideen schützen.
Jetzt haben neugierige Journalisten der Website Engadget einen Patentantrag von Microsoft aufgestöbert. In der am 10. April veröffentlichten Schrift "United States Patent Application 20080084385" geht es um ein tragbares Zeigegerät für Computer (wearable computing pointing device). Also eine Art Maus am Handgelenk.
Gyroskopische Sensoren registrieren die Bewegungen der Hand und geben diese per Bluetooth an den Computer weiter. Laut Patentschrift lassen sich damit der Mauszeiger auf dem Bildschirm bewegen, Mausklicks ausführen oder in Texten scrollen. Der User, der einen längeren Text liest, könnte sich also bequem zurücklehnen und mit unmerklichen Drehungen der Hand durch den Text scrollen. Durch Öffnen oder Schließen der Hand betätigt der Anwender den Ein-/Aus-Schalter des Geräts.
Spielecontroller mit Beschleunigungssensor
Richtig Spaß machen könnte die Technik bei Spielen. Denn das Gerät verfügt auch über einen Beschleunigungssensor und ein Magnetometer. Tatsächlich wird die Xbox 360 in der Microsoft-Schrift ausdrücklich erwähnt. Kombiniert mit der Xbox hätte Microsoft endlich ein ähnlich schickes Bedienmodul vorzuweisen wie Nintendos Wii-Konsole mit dem genialen Nunchuck. Die Wii-Konsole ist seit dem Marktstart Ende 2006 der große Verkaufsschlager der Spielebranche und beschert Nintendo Rekordumsätze.

![]()
![]()
Handzahm: Microsofts Patent einer tragbaren Maus.
Wann die ersten Produkte auf den Markt kommen, ist noch nicht klar, zumal von Microsoft keine offizielle Bestätigung vorliegt. Allerdings ist die Technik nichts revolutionär Neues, sodass vielleicht schon 2009 erste Modelle in den Handel kommen könnten. Außerdem wurde der Antrag bereits im Oktober 2006 bei der US-Behörde eingereicht, die Entwickler arbeiten also schon länger an der Technik.
Viel Zeit bei der Entwicklung des coolen Spielecontrollers sollte sich der IT-Gigant aber nicht mehr lassen. Das zeigen die jüngsten Marktzahlen aus den USA, in denen Nintendo wieder einmal seine Überlegenheit demonstriert. So gingen allein im März 2008 in den Staaten 720.000 Wii-Konsolen über den Ladentisch. Microsofts Xbox wollten dagegen nur 262.000 Kunden, dahinter liegt die Sony Playstation 3, die 257.000 Mal verkauft wurde. Das geht nach Angaben von Newsdiensten aus einer Studie des US-Marktforschungsunternehmens NPD hervor.
Die endgültigen Zahlen wurden aber noch nicht veröffentlicht. Wenn die NPD-Zahlen stimmen, zeigen sie aber auch, dass die vielbeschworene Krise der US-Wirtschaft völlig spurlos an der Spieleindustrie vorbeigeht. So war der Absatz von Spielekonsolen und Games im März 2008 um 57 Prozent höher als im März des Vorjahres. Höchste Zeit also für Microsoft, sich in der der allgemeinen Spielebegeisterung mit einem spannenden neuen Produkt zurückzumelden.
Weitere Artikel zum Thema
-
Microsoft: Preis für Xbox 360 gesenkt
Konsole 80 Euro billiger und damit günstiger als die Wii
-
Wii-inspiriert: Fernsteuerung-Patent für Apple TV
Patentantrag erinnert an Nintendos Wii - Spiele für Apple TV
-
Playstation 3: Das Warten auf günstige Preise
Sony dementiert Preissenkungen für Weihnachten und März 2009
Links zum Artikel
Mehr über: Microsoft, Gaming-Hardware, Xbox
Jetzt sind Sie dran.
Kommentieren
Noch geheim: Microsofts neuer Spielecontroller
Was sagen Sie dazu?
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben




