Zweckentfremdet: Laptops erkennen Erdbeben
Gute Aussichten: Frühwarnsystem für Erschütterungen
Eine andere Schwierigkeit ist die genaue Lokalisierung der Computer. Die Stärke eines Erdbebens varriert, je nachdem wie nah oder weit das Epizentrum entfernt liegt. Um das Epizentrum lokalisieren zu können, müssen die Positionen der Computer bekannt sein. Im Idealfall gibt der Nutzer seinen Standort in der Software ein. Für bestimmte IP-Adressen ließen sich außerdem feste Standorte festlegen. Wenn der Nutzer seinen Standort nicht bestätigt, kann das System zumindest auf ein abgegrenztes Gebiet schließen.
Zum zweiten muss die exakte Zeit vorliegen, zu denen ein potentielles Erdbeben gemessen wurde. Dafür soll das lokale Programm die Zeit mit dem Servers abgleichen. Der wiederum steht in Kontakt zur Atomuhr.
Das Ziel von Cochran und Lawrence ist zum einen, ein flächendeckendes System von Seismografen in einer kleinen Region in Kalifornien zu haben, um die Ausbreitung der Erdbeben genauer bestimmen zu können. Zum anderen entstünde so eventuell ein zuverlässiges Frühwarnsystem.

Je kleiner die Abstände zwischen den Messstationen sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Erdbeben direkt neben dem Epizentrum erkannt wird. Frühwarnung meint dabei übrigens eine Zeit von 10 bis 20 Sekunden, bevor das Erdbeben an anderen Orten spürbar ist. Das klingt wenig, soll aber genug Spielraum bieten, um etwa Gasleitungen zu schließen, Züge zu verlangsamen oder Fahrstühle im nächsten Stock halten zu lassen. Die Voraussetzung ist allerdings eine fein abgestimmte Infrastruktur.
Ein Kurzzeitziel des Projektes ist der Forschungsaspekt: Eine Großzahl an Stationen wird genauere Daten für die Aufbereitung eines Erdbebens liefern. Das ermöglicht beispielsweise, nach einem Erdbeben den genauen Ursprung und die Ausbreitung bestimmen zu können. Außerdem haben die Entwickler bei Testversuchen selbst relativ kleine Erdbeben mit Hilfe der Laptops und Computer erfassen können.
Bereits im Juni 2008 soll eine erste Software im Beta-Status verfügbar sein, wie Ars Technica berichtet. Ab diesem Zeitpunkt könnten Freiwillige ihren Laptop oder einen aufgerüsteten Computer mit dem Programm bestücken und sich auf die Jagd nach Erdbeben machen.
Links zum Thema
- Ars Technika (Quelle)
- Erklärung Sudden Motion Sensor
- Blendend: Hellere LED dank Lachs-Spermien
- Phonoautograph: Die Suche nach dem Audio-Gral
- Jesse Lawrence - Homepage
- Quake-Catcher-Network
