Anvisiert: HD-Camcorder Canon HV20 im Test
Die Stärken der HV20 zeigen sich am Computer
Helligkeit, Farben und vor allem die Schärfe stimmen - hier gibt es kaum Kritikpunkte, schon gar nicht für den Heimgebrauch. Lediglich bei schlechten Lichtverhältnissen leidet die Bildqualität und es tritt Rauschen auf. Der Canon HV20 verfügt nur über wenig Weitwinkel. Wer Panoramen in ihrer ganzen Pracht aufnehmen möchte, kann höchstens zu einem Weitwinkelkonverter greifen, der vor das Objektiv geschraubt wird, um den Bildwinkel zu vergrößern.
Im Audio-Bereich fällt auf, dass der Camcorder seine recht lauten Laufgeräusche aufnimmt - das interne Mikro leistet daher zwar seinen Dienst, gute Tonaufnahmen lassen sich jedoch nur mit einem externen Mikro erreichen. Dieses lässt sich einfach direkt über den Auswahljoystick pegeln.
Canon HV20
Hier findet ein 3,5-Klinkenstecker eines externen Mikrofons Anschluss. Das sorgt für gute Tonaufnahmen.
Der Canon HV20 ist kein Hingucker, die Stärken liegen klar bei der Bildqualität.
Die Zoomwippe ist viel zu klein geraten und eine Herausforderung für große Finger.
An der rechten Seite sitzt der Kassetten-Einschub, dessen Klappe zwar leicht hin und her wackelt, aber dicht genug schließt.
Das kleine Rädchen lässt jeden Widerstand vermissen und dürfte für Grobmotoriker einen Kampf beim Scharfstellen bedeuten.
Der HV20 wiegt etwa 600 Gramm. Wer auf qualitätiv gute Bilder wert legt, wird das Gewicht gerne mit sich herumtragen.
Mit einer Diagonale von 2,7 Zoll ist das Display groß genug, um die Motive immer im Visier zu haben. Merkwürdig ist lediglich, dass die Taste für den Fokus-Assistenten hier und nicht direkt neben dem Fokusrad sitzt, an dem sich die Finger beim Scharfstellen befinden.
Das Bedienlement macht wenig Freude, wackelt hin und her. Da das Menü aber übersichtlich und die Wege nicht weit sind, ist das zu verschmerzen.
Fazit: Außen pfui, Innen hui
Obwohl der HV20 nicht nach viel aussieht, kann der Camcorder durch die gute Qualität der Aufnahmen überzeugen. Lediglich bei schlechten Lichtverhältnissen leidet die Bildqualität. Abzüge bekommt das Canon-Gerät vor allem wegen der schlechten Verarbeitung und der unausgereiften Bedienelemente Zoomwippe und Fokusrad. Während der Arbeit ist der HV20 zudem recht laut. Wer die Geräusche nicht hinterher auf der Aufnahme haben möchte, muss unbedingt zu einem externen Mikro greifen.
Besonders der Preis spricht für einen Kauf des HV20. Für etwa 750 Euro verdient sich der Canon-Camcorder das Prädikat Kauf-Tipp. Abgesehen von der Verarbeitung ist am Preis-Leistungs-Verhältnis absolut nichts auszusetzen.
