Gute Leistung verbirgt sich hinter schlechter Verarbeitung
Anvisiert: HD-Camcorder Canon HV20 im Test
Yasmin Kötter
Doch leider sind zwei wichtige Bedienelemente sehr schlecht zu bedienen: Die Zoomtaste - der Camcorder hat übrigens ein zehnfaches optisches Zoom - und das Rädchen für den manuellen Fokus. Grobmotoriker können leicht verzweifeln beim Versuch sanft ein- und auszuzoomen, die Taste ist nicht einmal fingerbreit. Das Fokusrädchen bietet keinerlei Widerstand und erweckt den Eindruck, sich bereits durch einen Lufthauch zu verstellen. Warum Canon an dieser Stelle keinen Fokusring verbaut hat, ist einfach unverständlich.
Beim manuellen Scharfstellen soll die Fokus-Assist-Funktion helfen, die den Mittelbereich des Fotos vergrößert und die Umrisse betont. Dafür ist sie allerdings unpassend platziert, nämlich unterhalb des Displays, statt in der Nähe des Fokusrädchens, wo sich beim Scharfstellen die Finger befinden. Auch hier steht ein Fragezeichen in der Luft.

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Für Grobmotoriker ein Graus: Statt Fokusring setzt Canon auf ein kleines Rädchen zum Scharfstellen.
Manuelle Einstellungsmöglichkeiten für ambitionierte Filmer
Positiv am HV20 zu bemerken ist, dass es manuelle Einstellungsmöglichkeiten für Farbe, Belichtung, benutzerdefinierten Weißabgleich und Blendenwerte gibt. Die Palette an manuellen Einstellungsmöglichkeiten beeindruckt sicher keinen Profi. Beispielsweise lassen sich im Menü keine echten ISO-Werte anwählen, sondern Werte auf einer Skala von 2.0 bis 8.0. Für den Alltagsgebrauch reichen die Möglichkeiten hingegen völlig aus. Für etwas dunklere Szenen sind eine kleine Video- und eine Blitzleuchte eingebaut, die zumindest in einem Abstand bis zu einem Meter die Umgebung leicht aufhellen.
Wer mehr Licht dabei haben möchte und nicht davor zurückscheut, Geld auszugeben, kann sich eine zusätzliche Videoleuchte zulegen. Die findet Platz im aktiven Zubehörschuh der HV20, der Zusatzgeräte wie Videolampen oder Richtmikrofone mit Strom versorgt.
Durch die äußeren Werte kann der Canon-HV20 im Test kaum überzeugen, dafür mit den inneren. Nachdem die Videos im Kasten und per Kabel im Schnittprogramm (Magix Video Deluxe) sind, zeigt sich, wo die Stärken des Camcorders liegen.
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