Gute Leistung verbirgt sich hinter schlechter Verarbeitung
Anvisiert: HD-Camcorder Canon HV20 im Test
Ein Hoch auf den Frühling: Die Blumen blühen, das Leben findet wieder draußen statt. Jetzt lohnt es sich, einen Camcorder mitzunehmen und schöne Momente zu bannen. Der Canon HV20 gilt in Camcorder-Kreisen als Kauftipp - ein Gerät für Hobby-Filmer und Semi-Profis gleichermaßen. Netzwelt hat sich unbedarft mit dem Canon HV20 auf den Weg gemacht und sein Praxiskönnen getestet.
Inhaltsverzeichnis
- 1Digitales Video auf MiniDV
- 2Es klappern die Tasten am laufenden Band
- 3Manuelle Einstellungsmöglichkeiten für ambitionierte Filmer
- 4Die Stärken der HV20 zeigen sich am Computer
- 5Fazit: Außen pfui, Innen hui
Da steht er nun, der Karton mit dem HD-Camcorder, dessen Preis in Verbindung mit der langen Ausstattungsliste angenehm niedrig scheint: Bei 750 Euro beginnt der Preiskampf der Online-Anbieter. Auf dem Karton schmückt sich der HV20 mit allerlei Kürzeln: HDV, HDMI, MiniDV, 3,1 Megapixel, Cinema Mode, MiniSD und Optical Image Stabilizer.
Der HV20 hat viel an Ausstattung zu bieten, in Sachen Optik leider nicht.
Beim ersten Kürzel dürften Leser anerkennend Nicken: HDV, also hochauflösendes Video, das klingt immer gut. Bis zu 1.440 x 1.080 Pixel bannt der Camcorder mit einer Rate von bis zu 25 Einzelbildern pro Sekunde aufs Band. Die Aufnahmemedien der Wahl sind dafür MiniDV-Bänder. Was altmodisch klingen mag, ist genau das richtige für alle, die Aufnahmen im Anschluss schneiden und nachbearbeiten möchten.
Canon HV20
Hier findet ein 3,5-Klinkenstecker eines externen Mikrofons Anschluss. Das sorgt für gute Tonaufnahmen.
Der Canon HV20 ist kein Hingucker, die Stärken liegen klar bei der Bildqualität.
Die Zoomwippe ist viel zu klein geraten und eine Herausforderung für große Finger.
An der rechten Seite sitzt der Kassetten-Einschub, dessen Klappe zwar leicht hin und her wackelt, aber dicht genug schließt.
Das kleine Rädchen lässt jeden Widerstand vermissen und dürfte für Grobmotoriker einen Kampf beim Scharfstellen bedeuten.
Der HV20 wiegt etwa 600 Gramm. Wer auf qualitätiv gute Bilder wert legt, wird das Gewicht gerne mit sich herumtragen.
Mit einer Diagonale von 2,7 Zoll ist das Display groß genug, um die Motive immer im Visier zu haben. Merkwürdig ist lediglich, dass die Taste für den Fokus-Assistenten hier und nicht direkt neben dem Fokusrad sitzt, an dem sich die Finger beim Scharfstellen befinden.
Das Bedienlement macht wenig Freude, wackelt hin und her. Da das Menü aber übersichtlich und die Wege nicht weit sind, ist das zu verschmerzen.
Digitales Video auf MiniDV
Das Format DV, kurz für Digital Video, ist zwar komprimiert, jedoch mit einer hohen Datenrate von etwa 3,1 Megabyte in der Sekunde sehr verlustarm. Daher ist es auch das einzige Format, das sowohl Profis als auch Amateure einsetzen.
Der einzige Nachteil der MiniDVs ist, dass sie in Echtzeit überspielt werden. Wer also im Urlaub 20 Stunden lang Strände, Kinder und das Hotel gefilmt hat, wird genau 20 Stunden zum Überspielen brauchen. Dafür ist jedes einzelne Bild auf der Magnetkassette gespeichert und bietet für den Videoschnitt damit die beste Ausgangsbasis.

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