Phonoautograph: Die Suche nach dem Audio-Gral

Scott warf Edison misslungene Fälschung vor

Eine Spur an Hinweisen führte die Forscher zu einer anderen Institution, die weitere Aufnahmen von Scott aufbewahrt. Dort machten sie die große Entdeckung: Ein makellos konserviertes Papier - das Phonoautogramm aus dem Jahre 1860. "Es war unverfälscht", sagt Giovannoni gegenüber der New York Times. "Die Schallwellen waren außergewöhnlich deutlich und sauber."

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Scott hatte seine Phonoautogramme angefertigt, ohne überhaupt an die Möglichkeit der Wiedergabe zu denken. Er ging mit der Überzeugung ins Grab, dass die Anerkennung für seinen Durchbruch fälschlicherweise Edison zuteil wurde. In seinen selbst veröffentlichten Memoiren aus dem Jahre 1878 schimpft Scott über Edison, der sich seine Methoden angeeignet und den Zweck der Aufnahmetechnik völlig falsch interpretiert habe. Das Ziel war laut Scott nicht die Reproduktion von Tönen, sondern das Niederschreiben.

Wissenschaftler und der Historiker Giovannoni sind allerdings der Überzeugung, dass Edison nichts von der Arbeit Scotts wusste und nicht mit Hilfe dessen Forschung seinen Phonographen entwickelte. "Edisons große Leistung wird durch unsere Entdeckung in keinster Weise abgeschwächt", so Giovannoni gegenüber der Times. Edison ist nach wie vor der erste Mensch, der je Töne reproduziert hat.

Scott hatte anders als Edison zwar nie die Absicht, seine Aufzeichnungen abzuspielen, doch genau das geschieht am heutigen Freitag, den 28. März 2008 auf einer Konferenz an der Stanford Universität in Kalifornien. David Giovannoni, der Leiter der Forschungen, spielt sämtliche rekonstruierten Tonaufnahmen erstmals einem breiten Publikum vor.

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