60 Terabyte Datenvolumen im Monat

Filesharing: Kripo Frankfurt beschlagnahmt zehn Warez-Server

Kripo Frankfurt beschlagnahmt zehn Warez-Server Vor einigen Tagen beschlagnahmte die Kripo Frankfurt nach Hinweisen durch die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) zehn Warez-Server, die bei einem Provider in Frankfurt standen.

Auf neun der Server lagen große Mengen an unrechtmäßigen Kopien von aktuellen Kinofilmen, TV-Serien, Entertainment-Software sowie Musik gegen Bezahlung zum Download bereit. Der zehnte Rechner fungierte als so genannter Tracker-Server, der den illegalen Tausch der Dateien ermöglichte.

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13.000 Kunden weltweit

Stolze 60 Terabyte betrug der monatliche Datenverkehr der Warez-Server. Dies entspricht der Datenmenge von nahezu 14.000 handelsüblichen DVDs, rechnet die GVU in einer Mitteilung hoch. Die angebotenen Daten standen über 13.000 Nutzern weltweit zur Verfügung.

Angemietet waren die Rechner von einem US-amerikanischen Staatsbürger. Die auf Interkriminalität spezialisierten Frankfurter Polizisten haben das BKA eingeschaltet und werten nun die beschlagnahmten Server aus. Nach Angaben der Beamten ist mit der Ergreifung weiterer Täter und Sicherstellung zusätzlicher Server zu rechnen.

Seinen Anfang nahm das Verfahren in den Vereinigten Staaten. Dort erhielt der weltweite Verband der Filmwirtschaft, die Motion Pictures Association of America (MPAA), Kenntnis von der Raubkopie eines aktuellen Films, die mittels eines individualisierten Wasserzeichens auf einen Award-Screener zurückverfolgt wurde.

Strafantrag gegen Portalseiten-Betreiber

Da die weltweit erste illegale Kopie auf einer in Deutschland gehosteten Portalseite auftauchte, bat die MPAA die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) um Unterstützung.

Die GVU ermittelte daraufhin den Portalseiten-Betreiber und stellte Strafantrag. Zugleich übermittelte die GVU ihr Hintergrundwissen an die Frankfurter Kriminalpolizei, die unverzüglich ihre Ermittlungen aufnahmen.

Am Montag, den 10. März beschlagnahmten die Beamten zunächst den Trackerserver und einen so genannten Webseedserver, dessen Hochgeschwindigkeits-Anbindung zum Internet ein möglichst schnelles Verteilen ermöglicht. Eine sofortige Teilauswertung durch die Polizei ergab einen umfangreichen Datenverkehr vom Trackerserver zu acht weiteren Webseedservern beim selben Provider. Diese stellten die Beamten am darauffolgenden Mittwoch sicher.

Auf den Servern befanden sich fast ausschließlich topaktuelle Werke in höchster Qualität, darunter Filme, wie "John Rambo", "Rush Hour 3" und "The Attic". Games-Liebhaber konnten zwischen Titeln wie "Crisis Zone" und "Assassins Creed" wählen. Mit dem Angebot richteten sich die Betreiber vorwiegend an Interessenten aus dem englischsprachigen Raum. Letztere konnten auf Einladung Downloadkontingente gegen eine Gebühr von 20 bis zu 500 Euro erwerben.

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