Taiwan: Wie MP3-Player gemacht werden
Übersetzungen in 16 Sprachen
Die zweite Phase ist die Entwicklung der Software und der Hardware, auf die die Abschlussphase der Produktion folgt. Bei dem neuesten Produkt hat jede der drei Phasen zwei Monate gedauert. Bei einer völligen Neuentwicklung benötigt jede Phase vier Monate. "Ungefähr zehn Leute haben am Iplug Cam 2 gearbeitet. Drei Elektroniker, zwei Maschinenbauer und zwei Tester, sowie Ingenieure für die Produktion", verrät Tsai.
"Wir müssen zudem Software und Hardware kombinieren. Dafür benötigt man noch einmal drei Elektroniker. Einer ist für die Hardware zuständig, einer für die Firmware und einer für die Software." Beim Iplug Cam2 hat die Zusammenarbeit offenbar gut funktioniert. Das Gerät lässt im Funktionsumfang kaum Wünsche offen. Auch das Design ist gelungen: Ein Display mit einer Diagonalen von drei Zoll ziert die Oberseite des Players. Ein Schiebemechanismus trennt den Deckel vom Boden und gibt die Joypad-ähnlichen Bedientasten frei. Auf der Rückseite der Unterhälfte befindet sich die Kameralinse.
Nicht zuletzt in die Software wurde viel Arbeit investiert: Das Menü ist übersichtlich gestaltet und einfach zu bedienen. Es gibt nette Zusatzfunktionen, wie Texteingabe oder einen Kalender. Mit dem Steuerkreuz, das tatsächlich an das eines Gameboys erinnert, schaltet man sich durch die großen, bunten Symbole der Funktionen.

Auch an eine Übersetzung haben die Entwickler gedacht. Insgesamt stehen 16 Sprachen zur Auswahl, in denen das Menü erscheint und Einstellungen gewählt werden können. Auch die Texteingabe kann nicht nur in chinesischen, sondern auch romanischen Zeichen erfolgen. Hier sei angemerkt, dass für die chinesische Eingabe sehr viele Zeichen in der Software zur Verfügung stehen. Dabei handelt es sich nur um eine Nebenfunktion.
Einen Haken hat das 90-Gramm-Gerät aber doch: Die Akkulaufzeit liegt bei nur zehn Stunden. "Das Aufladen benötigt nur zwei Stunden. Die Energie reicht für zehn Stunden MP3-Musik oder vier Stunden Film", beschwichtigt Tsai, obwohl das bei einem Player mit diesem Funktionsumfang zu entschuldigen ist. Viele Funktionen benötigen eben auch viel Batterie. Und: vier Stunden AVI-Konsum entsprechen immerhin auch zwei Filmen in Kinolänge. Die Akkulaufzeit kann daher gut als Zusatzfunktion verstanden werden, nach vier Stunden Berieselung einmal Pause zu machen.
Verkauf im Süden Europas
Wer per Video-Out das Bild von Emulator oder Video-Player auf den Fernseher überträgt, hat ohnehin eine Steckdose in Reichweite und selbst auf langen Bustouren wird wohl niemand das Gerät ohne Unterbrechung nutzen. Der Player wird nur im Süden Europas vermarktet. Wer aber im Internet schaut, kann ihn vielleicht schon bald an den Funktionen wiedererkennen. Der Iplug Cam 2 ist brandneu und wird gerade auf den Markt gebracht. Der Preis in Taiwan liegt umgerechnet bei etwa 90 Euro.
Unser Redakteur Tobias Röhrig wohnt zur Zeit in Taiwan und ist ständig unterwegs auf der Suche nach Kuriositäten und neuen Trends. In loser Reihenfolge stellt er verrückte Technikspielereien vor, die es vielleicht niemals nach Europa schaffen. Weitere Artikel finden sie hier.
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