250 Serien und 100 Filme kostenlos als Stream
Beta adé: Online-Videoportal Hulu öffnet die Tore
Heute wächst das IPTV-Angebot: Nach fünfmonatiger Betaphase öffnet das Videoportal Hulu heute seine Tore. Das von Rupert Murdochs News Corp. und NBC Universal ins Leben gerufene Projekt bietet etwa 100 Filme und mehr als 250 Serien kostenlos, werbefinanziert und in hoher Qualität als Stream an. In den vollen Genuss kommen aber nur die USA.
Hulu
Inhaltsverzeichnis
- 1Content-Kavallerie
- 2Problemkind Deutschland
- 3Lesen Sie auf der nächsten Seite den ausführlichen Test der US-Version von Hulu. Autor: Janko Röttgers.
- 4Hits und olle Kamellen
- 5HD-Streaming ohne Artefakte
- 6Fazit: Anständig und ausbaubar
Die News Corporation und NBC Universal starteten Hulu als Gegenpol zu YouTube und den Video-Downloads über iTunes. Seit dem Start der Betaphase konnte das Projekt die Videoinhalte vervierfachen. Neben den beiden Gründern beteiligen sich 50 weitere Anbieter an Hulu, wie beispielsweise FOX, MGM, Sony Pictures Television, Warner Bros. und Lionsgate. Die fehlenden Größen Viacom und CBS stehen in Verhandlungen.

Raus aus dem Betatest: Videoportal Hulu.
Content-Kavallerie
Die etwa 100 Filme wie "The Big Lebowski", "Hulk" oder "Mullholland Drive" sowie 250 Serien von den "Simpsons" und "Dr. House" bis zu Klassikern wie "Buffy the Vampire Slayer" bietet das Videoportal komplett kostenlos an. Auch Lizenzen mit NBA und NHL sind unter Dach und Fach. Netzwelt konnte sich bereits in der geschlossenen Betaphase von Hulu einen Eindruck verschaffen.
Finanziert wird Hulu über Werbeeinblendungen, bei Filmen laufen stattdessen ab und zu auch Kino-Trailer. Analysten loben das Werbekonzept von Hulu, da hier die Zuschauer per "Self-selected Targeting" auswählen könnten, welche Werbeinhalte sie angezeigt bekommen wollen. Die meisten Werbepartner der Betaphase bleibt auch zum offiziellen Start mit an Bord, heißt es von den Gründern.
Problemkind Deutschland
In den letzten 30 Tagen des Betatests konnte Hulu mehr als fünf Millionen Zuschauer verzeichnen. Das Projekt geht mit starken Partnern, hoher Bildqualität und interessantem Content an den Markt. Das Problem für Deutschland: Wegen rechtlicher Bestimmungen - und um die Lizenzierungen der Sendungen an andere TV-Sender nicht zu unterwandern - bleiben viele Inhalte den USA vorbehalten. Hulu kontrolliert die IP-Adresse und verweigert eventuell das IPTV-Vergnügen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite den ausführlichen Test der US-Version von Hulu. Autor: Janko Röttgers.
Die großen US-Fernsehsender haben sich für Hulu.com viel vorgenommen. Die Website soll iTunes, Youtube und Tauschbörsen mit kompletten TV-Show-Episoden Konkurrenz machen und gleichzeitig Millionen über Online-Werbung einbringen. Bisher gibt es Hulu nur für US-Fernsehfans in einem geschlossenen Beta-Test. Wir haben uns die Plattform trotzdem schon mal genauer angeschaut.
Hulu ist ein Joint Venture von NBC Universal und Rupert Murdochs News Corporation. Murdoch und NBC haben sich für das Projekt zusammengeschlossen, um gemeinsam eine Bastion gegen Online-Imperien wie Apples iTunes Store und Googles Youtube aufzubauen. NBC missfiel unter anderem, dass Apple-Chef Steve Jobs sich nicht zu flexibleren Preisen für den Verkauf von Video-Downloads überreden ließ.
Gleichzeitig bemerkten die Firmen, dass offenbar nur wenige Zuschauer bereit sind, zwei Dollar oder mehr pro Episode auszugeben, wenn sich die gleichen Shows woanders auch umsonst im Netz finden lassen. Schließlich hatten erste Streaming-Experimente auf den Websites der Sender gezeigt, dass die meisten Zuschauer kein Problem damit hatten, ein paar Minuten Online-Werbung für einen Stream mit guter Bildqualität zu erdulden.

Die Zukunft des IPTV: Derzeit nur für US-Bürger zugänglich
Im Netz wurde Hulu dennoch mit Skepsis erwartet. Nur zu gut hatte man die grandios gescheiterten Versuche der Musikindustrie in Erinnerung, mit Joint Venture-Plattformen den Online-Musikmarkt umzukrempeln. Im Zusammenspiel mit anderen Partnern hatten sich TV-Netzwerke zudem oftmals als so kontrollverliebt erwiesen, was sich dann nicht selten in unsinnigen Digital Rights Management-Beschränkungen bemerkbar machte. Kritiker gaben Hulu deshalb schon früh den Spitznamen "Clown Company" und prophezeiten ein Manege-reifes Scheitern.
Hits und olle Kamellen
Hulus privater Beta-Test begann schließlich Ende Oktober. Seitdem lädt man nach und nach interessierte Tester ein, denen man einen ersten Vorgeschmack mit ausgewählten Episoden von einigen hundert Shows gibt. Zu den verfügbaren Titeln gehören dabei Hit-Shows wie 24, Die Simpsons, Family Guy, Heroes, House und The Office.
Daneben gibt es zahllose alte Kamellen wie etwa das A-Team, Airwolf oder "Alfred Hitchcock presents". Hulu hat zudem auch jede Menge Reality-Shows im Angebot. Selbst der ein oder andere Spielfilm lässt sich auf der Website in voller Länge anschauen. So bietet Hulu unter anderem Zugriff auf die Weintrinker-Comedy Sideways und den Klassiker Blues Brothers.
Den kompletten Katalog einer Show gibt es jedoch nur in den wenigsten Fällen. Oftmals gibt es einzelne Folgen aus ein oder zwei Staffeln, und dazu die letzten im US-Fernsehen ausgestrahlten Folgen. Gut möglich, dass diese Lücken dem Beta-Test geschuldet sind.
Absicht scheint dagegen zu sein, dass einige Shows ganz ohne komplette Episoden daher kommen: Wer sich mit den "Girls Next Door" das Leben des Playboy-Magnaten Hugh Hefner und seinen geringfügig jüngeren Freundinnen anschauen will, bekommt nur kurze Clips aus dem Programm der Reality-Show zu sehen. In einigen Fällen findet sich am Ende dieser Clips auch ein Link zu Amazons Download-Store, wo dann die komplette Episode erstanden werden kann.
HD-Streaming ohne Artefakte
Ganz gleich, ob kurzer Clip, Serien-Episode oder ganzer Spielfilm: Hulu setzt in jedem Fall auf einen Flash-Player, mit dem sich die Videos direkt im Browser anschauen lassen. Die Videoqualität ist dabei durchaus akzeptabel für einen Stream und liegt ganz klar über Youtube. Im Vollbild-Modus gibt es allerdings trotzdem noch deutliche Kompressions-Artifakte.
Hulu bietet Nutzern des neuesten Adobe Flash-Players auch HD-Streaming an. Bisher gibt es jedoch nur eine Hand voll Film-Trailer in diesem Format. Das Ergebnis überzeugt mit für Web-Videos ungekannter Klarheit. Hulu setzt für HD-Streaming auf ein maximales Bildschirmformat von 1.280 x 720 Bildpunkten.
Der Player selbst ist sehr minimal gehalten, besitzt aber einige clevere Extras: Mit einem Klick lässt sich der Rest der Website mittels eines grauen Layers dunkel schalten, sodass man den Clip ohne unnötige Ablenkungen genießen kann. Wer mag, kann Clips und Episoden schließlich auch wie bei Youtube in Dritt-Websites einbinden. Besonders clever daran: Mit einem Schiebe-Regler lassen sich gezielt Sequenzen aus einer Episode herauspicken, um eine ganz bestimmte Szene ins eigene Blog einzubinden.
Interessanterweise scheint Hulu bei diesen eingebundenen Episoden auch die Lokalisierung nicht ganz so genau zu nehmen. Die Website selbst ist bisher nur US-Nutzern zugänglich. Im Test war es jedoch auch einzelnen europäischen Nutzern möglich, eingebundene Clips anzuschauen.
Fazit: Anständig und ausbaubar
Allen Spöttern zum Trotz haben die Fernsehstudios mit Hulu eine solide Online-Video-Plattform aufgebaut. Der Katalog ist sicher noch ausbaubar, aber der Streaming-Player und die Video-Qualität können sich bereits jetzt sehen lassen. Mutig ist auch, dass Hulu bereit war, Kontrolle aufzugeben und das Einbinden seiner Shows in Dritt-Webseiten zu erlauben. Die HD-Kostproben machen schließlich Lust auf mehr - gerade auch, weil man hohe Bildauflösungen bekommt, ohne dafür Stunden auf den Download zu warten.
Natürlich besitzt Hulu im Vergleich zum Download einer Show bei der Torrent-Site des Vertrauens einen wesentlichen Nachteil: Werbung. Bisher halten sich die Werbeblöcke jedoch in Grenzen. Es bleibt zu hoffen, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Sonst wäre Hulu letztlich nämlich doch nicht viel besser als das allabendliche Fernsehprogramm.
- Hulu im Test: IPTV der US-Fernsehgiganten
- Web-TV: Videoportal Hulu wird soziales Netzwerk
- Tutorial: Hulu auch in Deutschland empfangen
- Download: Hulu Desktop
- Download: AnchorFree Hotspot Shield
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