Porträts und Gruppenbilder in Archiven entdecken
Fotofinder: Software erkennt ähnliche Fotos (Video)
Yasmin Kötter
Dank digitaler Fotografie wachsen heimische Fotosammlungen stetig. Statt nur ausgewählte Fotos auf der Festplatte zu speichern, landet jeder Schnappschuss im Archiv. Die Suche nach einem bestimmten Bild kann da eine langwierige Arbeit sein. Das Fraunhofer Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich Hertz Institut (HHI), hat ein Programm entwickelt, das selbst riesige Archive in Sekundenschnelle nach Motiven durchforstet. Und zwar ohne dass die Bilder benannt oder mit Stichworten versehen sein müssen.
Die Bedienung des Fotofinders ist denkbar einfach: Der Fotograf wählt ein Bild aus und lässt das Programm mit einem Klick nach ähnlichen Bildern suchen. Die Idee, eine Bildersuche zu erleichtern, ist keineswegs neu. "Im Rahmen unseres Projektes haben wir uns verschiedene Programme angeschaut. In der Regel lässt sich bei diesen nur ein Bild auswählen als Ausgangspunkt für die Ähnlichkeitssuche", so Thomas Meiers vom HHI.
Wie Meiers erläutert, arbeitet die Fraunhofer-Entwicklung um einiges genauer: Der Anwender kann beliebig viele Fotos auswählen. Je mehr Fotos er der Suche hinzufügt, desto genauer sind die Ergebnisse.
Der eingesetzte Algorithmus bezieht Faktoren wie Farbe, Texturen oder Formen im Bild mit ein und sucht in anderen Fotos nach gleichen Merkmalen. Wählt Meiers am Computer eine Blume aus, zeigt das Programm andere Blumen an. Wählt er im nächsten Schritt ausschließlich Rosen aus, liefert der Fotofinder nur noch Bilder mit Rosen als Ergebnis.
Für den Endanwender, ob nun Hobby-Knipser oder Profi-Fotograf, bedeutet das: Bilder mit bestimmten Motiven lassen sich in Sekundenschnelle finden, egal wie groß das Archiv ist. Auf diese Weise spielt nicht mehr der Titel oder die Benennung eines Bildes eine Rolle, sondern nur noch das tatsächliche Motiv.
Einen Schritt weiter geht die Gesichtsfindung, die zweite eingesetzte Komponente. Computer-Programme wie Magix haben große Probleme damit, Gesichter auf Fotos zu erkennen, die nicht frontal in die Kamera schauen. Nicht umsonst müssen Bundesbürger für ihren Pass ein Foto vorlegen, dass ein Fotograf oder Automat nach ganz strengen Richtlinien geschossen hat. Die Ausleuchtung muss stimmen, das Gesicht muss mittig im Bild sein, die Person darf den Kopf nicht seitlich drehen.
Das sind Regeln, die auf Privatfotos nicht anwendbar sind. Einleuchtend, dass die Gesichtsfindung dementsprechend schwierig ist, wenn eine Person zur Seite schaut, eine Sonnenbrille trägt oder gleich eine große Gruppe von Menschen auf dem Foto zu sehen ist. Schwierig ja - aber nicht unmöglich, wie Meiers vom HHI demonstriert.
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