PCs steuern wie im Film: Der iPoint Presenter (Video)
Hygienischer und sicherer als ein Touchscreen
Dass zur Bedienung kein Touchscreen nötig ist, hat vor allem in öffentlichen Bereichen und in der Medizin seine Vorteile: "Das System ist ideal für Szenarien, in denen kein Kontakt zwischen dem Nutzer und dem Computer bestehen darf, wie etwa in einem Operationsaal." Auch für öffentliche Infosysteme sei die Entwicklung genau richtig. "Statt einen unhygienischen Touchscreen anfassen zu müssen - den vielleicht schon Hunderte von Leuten mit dreckigen Fingern angefasst haben - können die Anwender einfach in der Luft steuern."
Da die Kameras nicht nur von unten wie beim Protoypen, sondern genauso von oben filmen können - Hauptsache im 90-Grad-Winkel zu den Fingern - ließe sich die Technik optimal vor Vandalismus schützen. Die Kameras hingen dann außer Reichweite vor Störenfrieden und trotzdem ließe sich ein Computer einwandfrei steuern.
Je mehr Kameras im iPoint Presenter verbaut sind, desto größer ist auch der Bereich, in dem das System Fingerbewegungen erfassen kann. Mit den zwei Kameras wie im vorgestellten Prototypen ist ein Bereich von gut einem Meter Länge über den Kameras abgedeckt. Wie weit die Kameras von der eigentlichen Leinwand entfernt sind, ist dabei übrigens nicht begrenzt. Hauptsache es besteht eine Verbindung, über die der Computer die Daten auf der Leinwand anzeigen kann.

Wie Chojecki beweist, gibt es keine zeitliche Verzögerung bei der Eingabe mit den bloßen Fingern, zumindest keine für das menschliche Auge sichtbare. Egal wie schnell Chojecki die Finger bewegt, der Zeiger auf der Leinwand bewegt sich simultan dazu mit.
Massenproduktion liegt bei potentiellen Partnern
Die Entwicklung des iPointPresenters hat bisher fünf Jahre gedauert. Wann Endanwender ein deratiges System auf der Straße finden können, hängt weniger vom Fraunhofer Institut HHI als von interessierten Firmen ab, wie Chojecki erläutert. "Das Franhofer HHI hat die Technologie entwickelt. Den iPoint Presenter in größeren Stückzahlen zu produzieren und zu vermarkten, liegt nicht an uns." Je nachdem welche Anwendungen sich potentielle Partner vorstellen, müsse das System noch weiterentwickelt und eine geeignete Schnittstelle für den Computer geschaffen werden.
Um den heimischen Rechner per Fingerzeig steuern zu können, müsste ein Betriebssystem wie Microsoft Windows beispielsweise in allen Anwendungen zwei Mäuse unterstützen, beziehungsweise zwei Finger. Ähnlich bei Endgeräten wie dem Fernseher. Wer jetzt mit Schrecken daran denkt, einen großen Kasten mitten ins Wohnzimmer zu stellen, kann laut Chojecki aufatmen: "Es ist durchaus vorstellbar, den iPoint Presenter sehr klein zu bauen. Dann könnte theoretisch jeder einen im Wohnzimmertisch haben und damit den Fernseher steuern."

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