CeBIT 2008: Handyviren - Panikgrund oder Panikmache?
Bedrohung mit Zukunft
Zwar bieten die meisten Firma eine Art Mobile Security an, sehen den Privatanwender jedoch nicht als Zielgruppe: "Wir liefern mobilen Schutz als Testversion auf Business-Smartphones aus, die Akzeptanz ist sehr hoch", berichtet Marcus Rapp, Product Specialist bei F-Secure. Firmen seien aufgrund ihrer Sicherheitsrichtlinien verpflichtet, auch mobile Geräte abzusichern.

F-Secure empfiehlt Business-Kunden mobilen Schutz.
Isabell Unseld von McAfee sieht ebenfalls nur eine latente Bedrohung durch Handyviren. Sie nimmt die Service Provider in die Pflicht, mit einer vertragsseitigen Sicherheitslösung zu helfen. Noch sei Handy-Spam das größte Übel, Viren eher in der Unterzahl, so Unseld. Zudem ist der westeuropäische Markt noch ein ungefährliches Pflaster, weiß Kalkuhl von Kaspersky. Im asiatischen und russischen Raum existiere ein wesentlich höherer Schutzbedarf für Mobiltelefone.
Komplett abschreiben will allerdings kein Hersteller die Bedrohung Handyvirus - wohl nicht zuletzt wegen der möglichen Einnahmequelle. Je mehr sich Smartphones in Richtung eines vollwertigen Computers entwickeln, desto konkreter wird die Verbreitung von Schädlingen. Experten prognostizieren, dass Apples iPhone und das quelloffene Android-Betriebssystem von Google den mobilen Virenmarkt ankurbeln werden.
Virenanalyst Kalkuhl schätzt, dass Handyviren in zwei bis drei Jahren zu einem Problem werden könnten: "Das Handy steht entwicklungstechnisch etwa da, wo der PC vor zehn Jahren war. Und genauso präsentieren sich auch die Schädlinge: Sie zerstören oder fungieren als Dialer." Bei einem ähnlichen Zyklus sei also davon auszugehen, dass Handy-Botnetze und SIM-Karten-Phishing bald genauso Realität gehören könnten wie auf dem Computern.
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