Spleen IT: Verkehrte Netzwelt, live von der CeBIT 2008
Schnell in Halle 2, bevor das Licht ausgeht
Neigt der Inhalt eines Faches sich dem Ende zu, wird es auf wunderbare Weise wieder aufgefüllt. Scheinbar ist genügend Nachschub vorhanden. Ein kurzer Blick nach links und rechts: Energiesparlampen sucht man im Pressezentrum ebenfalls vergeblich. Ein kleines Rechenspiel: Der Autor hat heute für ihn relevantes Pressematerial im Umfang von etwa zwei Kilogramm gesammelt. An einem einzigen CeBIT-Tag. Macht hochgerechnet an sechs CeBIT-Tagen die stolze Summe von zwölf Kilogramm an reinem Printmaterial.
Die CeBIT verbraucht an einem Tag so viel Strom wie eine Kleinstadt, Tonnen von Müll kommen zusammen, vor dem Pressezentrum warten die Shuttle-Busse von morgens bis abends mit laufenden Motoren. Diese Liste ließe sich auf mehreren Seiten weiterführen. Die Erkenntnis: Nicht überall, wo Grün drauf steht, ist auch Grün drin. Dennoch, die Idee ist gut und beachtenswert.
Denn wenn man es auf die Spitze treibt, müsste eine Messe, die sich den Umweltschutz auf die Fahnen schreibt, auch alles dafür tun, den ersten Schritt selbst zu gehen. Etwa so: Statt Pressekonferenzen würden die News mittels eines solarbetriebenen Megafons auf der grünen Wiese verkündet und anschließend per E-Mail an Interessierte verschickt.

Statt auf blinkenden Messeständen hinter Sicherheitsglas würden die Produkte auf Bambusmatten ausgestellt werden und zwar nur so lange, wie es hell ist. Um die Beleuchtung nicht einschalten zu müssen. Das wäre Green-IT im besten Sinne, aber so funktioniert Business nun mal nicht.

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