Wie Green IT eigentlich aussehen müsste
Spleen IT: Verkehrte Netzwelt, live von der CeBIT 2008
Internet & Netzwelt
Trotz oder gerade wegen des grünen Anstrichs: Die spinnt, die CeBIT. Green IT, so das offizielle Motto der diesjährigen Produktschau in Hannover, lässt auf den zweiten Blick nur einen Schluss zu: Die CeBIT selbst ist zwar grün, nur an den falschen Stellen - in Sachen Umweltschutz höchstens hinter den Ohren.
Jeder, der etwas auf sich hält, rennt mit einer übergroßen, prallvoll gefüllten Umhängetasche über das Messegelände. Darf es noch ein Flyer oder ein aufblasbarer Baseballschläger sein? Vielen Dank, aber ich habe nur zwei Hände. Pünktlich zur CeBIT sind sie wieder da, die Geister, die die Branche rief und von der sie lebt: Sammelwütige Prospekt- und Gimmick-Jäger.
Die fand mich einfach nett
Man macht es ihnen aber auch zu einfach. An jeder Ecke werden doppelt verschweißte und in extra dicker Klarsichtfolie verpackte Kugelschreiber verteilt, aberwitzig große und groteske Plastiktüten, gefüllt mit wertvollem Infomaterial und vom Messebabe in Besucherhände gedrückt.

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Irgendwie grün - aber nicht das Grün, das gemeint war.
Es ist ja auch schwer, nein zu sagen, wenn leicht bekleidete Damen brandaktuelle Produktinformationen mit einem Lächeln vor die Nase halten. Die arme Hostess, es ist so kalt, sie hat so wenig an und noch so viele Prospekte zu verteilen. Da greift man gerne zu. Und sie lächelt so nett, ich glaube, sie mag mich.
Dieses Lächeln ist der Grund, warum verwirrte CeBIT-Besucher erst zugreifen, um hinter der nächsten Ecke den ganzen Krempel wieder loszuwerden. Eine Win-Win-Situation quasi. Auch die Putzkolonnen profitieren davon, die Arbeitsplätze scheinen gesichert. Müll sieht man daher auf dem Messegelände nur vereinzelt auf der Straße oder in den Hallen liegen.
Jetzt sind Sie dran.
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