Der lange Abschied vom CD-Format

Auf die Alten vertrauen?

Doch wer hofft, dass Teens sich stattdessen großzügig bei iTunes bedienen, der irrt. Das Wachstum der Bezahl-Downloads wird in erster Linie von Käufern zwischen 36 und 50 angetrieben. Der Rest der Nutzer besorgt sich seine Songs weiter fleißig bei kostenlosen Quellen wie Tauschbörsen, sozialen Netzwerken und über die gute, alte Privatkopie von Schulfreunden oder Arbeitskollegen.

NPD geht davon aus, dass rund 19 Prozent aller US-amerikanischen Internetnutzer Musik aus Tauschbörsen herunterladen. Wie viele davon Kopien für ihre Freunde brennen, ermittelten die Marktforscher nicht. Doch die Bilanzzahlen sprechen Bände: Der Anteil der Musik, für den Konsumenten Geld ausgeben, lag 2007 bei 42 Prozent. Im Vorjahr verzeichnete man noch einen Anteil von 48 Prozent.

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Diese Zahlen klingen bedrohlich, doch manch einer wird darin auch einen Funken guter Hoffnung finden. So schlagen Musik-Manager wie der Motor Music-Chef Tim Renner bereits seit geraumer Zeit vor, sich an Stelle von Teenagern lieber auf ältere Käuferschichten zu konzentrieren. Renner erklärte dazu kürzlich in einem Interview mit der Wirtschaftswoche: "Unsere Generation ist als Musikkunde immer noch präsent - in einem Alter, in dem sich unsere Eltern längst schon von Popkultur und aktuellen Platten verabschiedet hatten."

Skeptiker argumentieren dagegen, dass die Branche das Problem damit lediglich vertagt. Jüngere Netznutzer gelten als Trendsetter, die ausprobieren, was andere mit ein paar Jahren Verspätung nachmachen. Der Trend zur kostenlosen Online-Musik in den letzten Jahren könnte damit zum Verdruss der Plattenfirmen noch weiter anwachsen.

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