eBay: Der Riese strauchelt
Privatanwender werden besser gestellt
Gleichzeitig dreht eBay an der Preisschraube und verändert das Gebührenmodell. Das Auktionshaus reduziert die Einstellgebühren für neue Auktionen und passt die Provision "dem jeweiligen Markt und seinen Margen entsprechend" an. Antiquitätenhändler zahlen in Zukunft andere Sätze an Provisionsgebühren als Computerhändler. Nicht jeder kommt dabei gut weg. Einige Händler beschweren sich, dass sie in Zukunft höhere Abgaben an eBay leisten müssen als bislang.
"Für 88 Prozent der Power-Seller gibt es keine Änderungen oder die Gebühren werden sogar günstiger", beschwichtigt Maike Fuest. Für private Anwender verbessert sich die Situation. Die klassische Privatauktion mit einem Startpreis von einem Euro ist in Zukunft kostenlos. Zumindest bis der Artikel verkauft ist. Bei einem Verkaufspreis von bis zu 50 Euro liegt die Provision nun bei neun Prozent. Maximal sind 26,50 Euro plus zwei Prozent möglich.
Die Händler laufen davon
Ebay verliert bei den kommerziellen Anbietern an Boden. Zwar melden sich laut offiziellen Zahlen jeden Monat insgesamt 100.000 neue private und gewerbliche Verkäufer an, Insider munkeln jedoch, dass Tausende der professionellen Händler zu andern Portalen abwandern würden. "Ebay Express", eine Plattform speziell für Berufshändler und deren Neuware, ist ein kommerzieller Flop. In Großbritannien wird das Produkt nach nur zwei Jahren wieder eingestellt. In Deutschland sei dessen Zukunft noch ungewiss, so Maike Fuest von eBay gegenüber netzwelt.

Hood, eBays kostenlose Konkurrenz(Klick vergrößert)
Ein Unternehmen, das von eBays Durchhänger profitiert, ist der Versandriese Amazon. Hier gibt es mit dem so genannten "Amazon Marketplace" eine Plattform für private und gewerbliche Verkäufer. Zwar existieren auch hier hohe Gebühren von 1,14 Euro Einstellpreis und zwischen sieben und 15 Prozent Provision, dennoch wächst das Angebot ständig. Uns gegenüber wollte sich Amazon nicht zu den Entwicklungen bei eBay äußern.
Mit Gratisauktionen auf Kundenfang
Lachender Gewinner ist der ewige Zweite der Online-Auktionshäuser. Hood.de existiert seit dem Jahr 2000, hat es bislang aber nie aus dem Schatten des übermächtigen Konkurrenten geschafft. Seit einigen Monaten wachse die Zahl der Nutzer immer schneller, so Sprecher Patrick Müller. Besonders seit der ersten Woche des Februars habe sich die Zahl der Neuanmeldungen verdoppelt.
1.000 bis 1.300 Neuanmeldungen verzeichne man täglich. Das ist etwa ein Drittel dessen, was Gigant eBay vorweisen kann. Insgesamt seien über 1,1 Millionen Nutzer angemeldet. Größter Unterschied zwischen Amazon, eBay und Hood ist die Preispolitik. Hood.de nimmt keinerlei Gebühren, finanziert sich allein durch Werbung. Lediglich Sonderwünsche wie spezielle Platzierungen der Auktionen kosten.
Alleine auf eBays zwischenzeitliche Schwäche will man den Andrang nicht schieben: "Wir wissen nicht genau, womit es zusammenhängt", sagt Müller. Bei Hood dürfen die Verkäufer die Käufer bewerten und dies soll auch so bleiben: "Am fairsten ist es, wenn man sich gegenseitig bewerten kann", so Müller.
Links zum Thema
- Übersicht: Neue Gebühren für gewerbliche Verkäufer
- eBay
- Übersicht: Neue Gebühren für Privatverkäufer
- Hood
