40 Dollar pro Aktie, neuer Mitspieler und Microsoft-Verluste
Yahoo macht sich teuer: Microsoft-Angebot zu niedrig
Das 44,6 Milliarden schwere Übernahmeangebot von Microsoft sei zu niedrig, so das inoffizielle Ergebnis der Yahoo-Gespräche am Wochenende. Heute will der Konzern die Verhandlungen mit neuen Forderungen anheizen. Microsoft nimmt in der Zwischenzeit Aktienverluste in Milliardenhöhe in Kauf und um den Einfluss von Amazon brodelt die Gerüchteküche.
Internen Berichten zufolge will Yahoo heute das Microsoft-Angebot von 31 Dollar pro Aktie als zu niedrig zurückweisen. Der bisherige Preis würde den Wert des Konzerns deutlich unterrepräsentieren, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf einen Yahoo-Sprecher. Zudem würde das Angebot nicht das Risiko abdecken, falls die Kartellaufsicht einen Zusammenschluss ablehnt.
Ein Preis von etwa 40 Dollar pro Aktie wäre angebrachter, so der Yahoo-Sprecher weiter. Dieser Betrag läge doppelt so hoch wie der aktuelle Aktienkurs von Yahoo. Analysten von Citigroup hingegen halten die von Microsoft angebotenen 31 Dollar für eine vernünftige Bezahlung. Finanzexperten glauben, dass Yahoo sich bereits für den Zusammenschluss mit Redmond entschieden habe und lediglich den Preis in die Höhe treiben wolle. Mitbewerber wie Google seien damit vorerst vom Tisch.
Microsoft-Sorgen und Amazon-Gerüchte
Microsoft selbst kommen die Verhandlungen mit Yahoo teuer zu stehen: Seit der Veröffentlichung des Angebots vor gut einer Woche sank der Aktienkurs des Konzerns um 13 Prozent auf den niedrigsten Wert seit 2006 - ein Einbruch, mit dem Microsoft laut Analysten in diesem Umfang nicht gerechnet habe. Der Verlust an Marktwert liegt bei knapp 40 Milliarden Dollar und würde damit den effektiven Preis für Yahoo auf 85 Milliarden erhöhen.
Eine gänzlich andere Theorie wirft der renommierte Analyst Trip Chowdhry von Global Equities Research auf: Das Milliarden-Angebot von Microsoft sei nur ein Schachzug, um Amazon an der Zusammenarbeit mit Yahoo zu hindern, so Chowdhry. Diese Vermutung stößt bei der Analysten-Konkurrenz allerdings auf Skepsis, da ein Konzern wie Yahoo so gar nicht in das Beuteschema von Amazon passe. Das Angebot von Microsoft wird demnach mehrheitlich als ernsthaft angesehen.
