Grafikkarten-Hersteller will Spielephysik-Technologie übernehmen
Ageia: Nvidia kauft PhysX-Hersteller
Nvidia will das Unternehmen Ageia übernehmen. Damit würde sich der Grafikchiphersteller die PhysX-Technologie einverleiben, die Computerspielen dank einem eigenen Physik-Prozessor und der dazu gehörigen Engine zu mehr Realismus verhelfen soll. So könnte Nvidia die Vorherrschaft bei der Physikberechnung in Spielen gewinnen.
Der Grund für Nvidias Interesse an dem Halbleiterhersteller Ageia liegt auf der Hand: Die Firma könnte Konkurrent ATI damit bei der Kompatibilität zu den Physik-unterstützten Spielen übertrumpfen. Denn die Engine, die Softwaregrundlage der Physikberechnung, kann auch auf modernen Grafikkarten angewandt werden, ohne dass ein eigener Physikprozessor dafür notwendig wäre. Havok, größter Konkurrent von Ageia, unterstützt mit seiner eigenen Physik-Engine sowohl ATI- als auch Nvidia-Grafikchips.
Die PhysX-Engine von Ageia unterstützt hingegen bislang ausschließlich die hauseigenen Physikprozessoren. Laut Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang plant das Unternehmen die PhysX-Technik in ihre GeForce-Grafikkarten zu integrieren. Damit wären sowohl alle Spiele mit Havok-Engine als auch die mit PhysX-Engine zur Nvidia-Hardware kompatibel, während sich Konkurrent ATI mit den Havok-Spielen zufrieden geben müsste.
Physikprozessoren übernehmen bei Computerspielen die Berechnung von physikalischen Effekten. Das kann beispielsweise die Kollision zweier Körper sein. Ohne Physikbeschleunigung müssen derartige Berechnungen von der CPU ausgeführt werden. Eigene Physikprozessoren oder eine auf den Grafikprozessor optimierte Physikengine sind jedoch deutlich leistungsfähiger.


Nvidia will die Physik-Engine namens PhysX der im Februar gekauften Firma Ageia bereits für die GeForce-8-Reihe nutzen. Laut CEO Jen-Hsun Huang werde eine Schnittstelle entwickelt, um PhysX mit der GPU der Nvidia-Grafikkarten kommunizieren zu lassen.
Nvidias GeForce-Grafikkarten werden mit aufwändigem Spiele-Rendering in Verbindung gebracht. Eine neue Grafikschnittstelle namens CUDA zeigt, dass auch andere Anwendungen von der Rechenleistung der GPU-Prozessoren profitieren können.





