Amerika und Deutschland setzen auf Handys als Datensammler
Trend: Verkehrsinfos durch GPS-Handys
Immer mehr Handys verfügen über einen GPS-Empfänger, mit dem die kleinen Geräte mobilen Navigationsystemen Konkurrenz machen. Hersteller und Anbieter richten ihre Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Anwendung: Verkehrsinfos, die nicht eine zentrale Stelle zusammenträgt, sondern die Handy-Nutzer selbst.

Inhaltsverzeichnis
- 1Staumeldungen im Radio werden überflüssig
- 2Zuverlässige Verkehrsinfos auf Kosten der Anonymität?
- 3In Deutschland: Verkehrsinfos durch Handy-Tracking
Die Universität Berkeley in Kalifornien, Amerika, hat Anfang Februar 2008 einen Feldversuch gestartet: In Zusammenarbeit mit den Forschern des Nokia Research Centers hat die Universität die Möglichkeit getestet, mit GPS-Handys den tatsächlichen Verkehr zu erfassen.
Staumeldungen im Radio werden überflüssig
Einhundert freiwillige Fahrer, allesamt Berkeley-Studenten, hatte Nokia mit dem Smartphone N95 ausgestattet. Von Haus aus verfügt das Nokia-Smartphone über ein GPS-Modul. Auf dem Gerät hatten Berkeley-Forscher zusätzlich eine Software installiert, die in gleichmäßigen Abständen Informationen über die Geschwindigkeit des Fahrzeuges sendete.
Auf einer Strecke von zehn Meilen, etwa 16 Kilometern, fuhren die Studenten am 8. Februar 2008 sieben Stunden lang hin und her. Aus den per GPS übermittelten Daten der Nokia-Handys bestimmten die Berkeley-Forscher den aktuellen Verkehrsfluss. Finanziert hat das Projekt in erster Linie das California Center for Transportation, kurz Caltrans.
Der hauptsächliche Beweggrund für den Feldversuch ist beim Caltrans die Aussicht auf Kostenersparnis. Herkömmliche amerikanische Systeme zur Erfassung des Verkehrs nutzen in den Straßen eingelassene Sensoren oder Radaraufnahmen. Das sei ein kostspieliges Konzept, das sich durch den Einsatz von GPS-Handys weit günstiger realisieren ließe, so Randell Iwasaki von Caltrans: "Für Behörden wie unsere könnten sich die Kosten, die wir in die Infrastruktur stecken, durch das Anzapfen der GPS-Informationen deutlich verringern."
GPS-Geräte können im Idealfall das Fahrzeug bis auf wenige Meter genau orten. Anhand der Fahrtgeschwindigkeit lässt sich aus den gesendeten Daten erkennen, wo auf den Straßen Staus oder andere Hindernisse sind und wo der Verkehr flüssig läuft.
Links zum Thema
- Wegweiser: Handys mit GPS-Empfänger im Überblick
- Praxistest: Navigation per Handy
- TomTom
- Berkeley - University of California

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