Microyahoogle: Machtkampf der Online-Goliaths

Entscheidungen: Yahoosches Planquadrat

Microsoft wiederum mahnt Googles unangreifbare Macht in den Bereichen Online-Werbung und Suchanfragen an. Der Konzern betont, nur durch den Zusammenschluss mit Yahoo eine konkurrenzfähige Nummer Zwei bilden zu können, die dem Wettbewerb gut tun soll. Fakt ist: Die bedrohlichere Position geht aktuell von Google aus. Mail-Accounts und Messaging verkommen angesichts des Google-Gewinns durch Online-Werbung zur Nebensache.

Im Gegenzug konnte sich Google in den letzten Jahren mit einigen Projekten auf Konfrontationskurs positionieren: Das kostenlose Google Docs attackiert die Office-Suite, Android setzt Windows Mobile unter Druck und auch Google Mail zieht der etablierten Microsoft-Lösung kontinuierlich Benutzer ab. Trotz des feindlichen Übernahmeversuchs bleibt die Frage im Raum stehen, wer der Monopolist, wer der "Böse" ist.

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Aus allen Ecken heraus präsentieren Analysten und Experten Lösungen, wie Yahoo sich aus welchem Grund und mit welchem Ergebnis zu entscheiden hat. Yahoo selbst verhält sich während dieser Ereignisflut clever: Abwarten, flexibel bleiben und die Fühler ausstrecken. Denn schlimmstenfalls würde ein Mega-Konzern auf dem absteigenden Ast von einem noch größeren geschluckt. Der Riese Microsoft, der im Hinblick auf Online-Trends zu lange geschlafen hat, würde mit Yahoo bewaffnet wieder einen Machtkampf auf Augenhöhe führen können.

Im Falle einer Übernahme durch Google dürfte die Kartellaufsicht überzeugende Gegenargumente besitzen, diese Option fällt also vermutlich weg. Doch andere Türen öffnen sich und offenbar scheut sich Yahoo nicht, Gespräche zu führen. AOL/Time Warner wurde als möglicher Interessent ebenso genannt wie AT&T, Comcast und Rupert Murdoch - öffentliche Stellungnahmen gab es indes noch nicht.

Ein ebenfalls realistisches Szenario wäre die Aufspaltung von Yahoo: Suche an Google, Finanz-Services an die News Corp., Sport an Disney. Für die Yahoo-Gründer ein unangenehmer Gedanke, den Konzern auf solche Weise aufzusplittern. Doch es bleibt die Frage, welche der Yahoo-Angebote einen Zusammenschluss mit Microsoft überleben würden. Trotz seines schriftlich dokumentierten Respekts für Yahoo betonte Microsoft-CEO Steve Ballmer, das Live-Programm behalten zu wollen.

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