Analysten: HD DVD stirbt noch in diesem Jahr
Microsoft: Keine Unterstützung mehr für HD DVD?
"Die Verkaufszahlen zeigen deutlich, dass sich der Markt hin zu einem High-Definition-Format bewegt", sagte Woolworth-DVD-Einkäufer Steven McGunigel. Es gebe dank der Playstation 3 eine dreiviertel Million Blu-ray-Player in Großbritannien, aber nicht einmal annähernd so viele Abspielgeräte des Konkurrenzformats, so McGunigel. "Auf Blu-ray zu setzen bedeutet, den Kunden ein eindeutiges Angebot in dem Format zu machen, das sie haben möchten", so der Verantwortliche weiter. HD DVDs wird es bei Woolworth in Zukunft nur noch online geben.
Die wichtigste Rolle in diesem Formatkrieg spielen die Unternehmen, die ihre jeweiligen Formate unterstützen. Auf der einen Seite steht Sony ganz vorne an der Front, ihnen steht Toshiba gegenüber. Microsoft, eigentlich ein Mitglied der "HD DVD Promotion Group", könnte ein enorm wichtiger Unterstützer der HD DVD sein, hält sich aber auffällig zurück.
Zwar gibt es ein externes Laufwerk für die Spielekonsole XBox 360, weitere Bekenntnisse sucht man bei Microsoft aber vergeblich. Im Gegenteil, in den letzten Wochen mehrten sich die Gerüchte, dass Microsoft seinem Verbündeten Toshiba bei einem drohenden Flop sogar in den Rücken fallen könnte.
Anfang Januar, auf der aus Sicht der HD DVD verheerenden CES, sagte Albert Penello, bei Microsoft Chef der Spielkonsolensparte, dass man sich vorstellen könne, die Xbox auch mit einem Blu-ray-Laufwerk auszustatten. "Es sollte die Entscheidung des Kunden sein. Wenn sich die Verbraucher dafür entscheiden, müssen wir das in Betracht ziehen", sagte Penello.

Internet statt optischer Medien
Die Zurückhaltung des Softwareentwicklers ist sicher kein Zufall. Äußerungen der letzten Wochen lassen darauf schließen, dass man im Hause Microsoft ohnehin kaum noch an die Zukunft der physischen Speichermedien für Filme glaubt. In einem Interview auf der CES verwies Gates auf den neu eröffneten Downloadshop für die Spielkonsole Xbox 360. "Langfristig wird dies der Hauptweg werden, auf dem Benutzer ihre Filme erhalten."
Auch Apple, Mitglied des Blu-ray-Forums, hielt sich mit öffentlicher Unterstützung bislang völlig zurück. Apple bietet in den USA seit 2006 Kauffilme zum Download an und hat jüngst auf der MacWorld Expo auch hochauflösende Filme zum Download eingeführt. Somit bereiten sich die Branchengrößen womöglich schon auf den übernächsten Schritt beim Handel mit digitalen Inhalten vor, den körperlosen Vertrieb über das Internet.

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