P2P-Client mit 25 Millionen kostenlosen Liedern

QTrax: Legale Musik-Tauschbörse mit Major Labels

QTrax: Legale Musik-Tauschbörse mit Major Labels Die Fakten klingen vielversprechend: Ein Filesharing-Client, der sämtliche Lieder der vier Major Labels zum kostenlosen Download bereitstellt. Keine Spy- oder Adware, die Finanzierung von Qtrax läuft über Werbung, die vor und nach dem Herunterladen angezeigt wird. Die Künstler werden anhand der Anzahl Downloads bezahlt und alle gewinnen. Doch in Wahrheit gibt es bereits jetzt so einige Haken.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Haken 1: Majors haben noch nicht unterschrieben
  2. 2Haken 2: Kostenlos, aber mit digitalen Fesseln
  3. 3Haken 3: Der Client funktioniert noch nicht einwandfrei

Die fünf Jahre alte Firma Qtrax hat es sich auf die Fahnen geschrieben, mit den illegale Inhalte verbreitenden Tauschbörsen in den Wettbewerb zu treten. Auf der Midem-Konferenz im französischen Cannes gab Qtrax nun bekannt, einen legalen P2P-Client anzubieten, der den Segen aller vier Major Labels habe - namentlich Warner, Sony/BMG, Universal und EMI. 25 Millionen Lieder soll das werbefinanzierte Angebot umfassen, ein Vielfaches von iTunes und der restlichen Musik-Konkurrenz. Im Februar sollen mobile Geräte, im März Macs und im April iPods unterstützt werden.

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QTrax: Legale Musik-Tauschbörse mit Hindernissen.(Klick vergrößert)

Laut Qtrax-CEO Allan Klepfisz befinden sich die Lieder derzeit in drei Listen: Auf der Whitelist befinden sich etwa fünf Millionen Songs, die auch iTunes verkauft. Die Blacklist umfasst Rechteinhaber, die sich im Moment noch gegen kostenlose Downloads ihrer Musikstücke wehren; diese Liste soll aber nach und nach schrumpfen. Den Löwenanteil macht die graue Liste aus: Hier befinden sich sämtliche Titel, die zwar illegal per BitTorrent und Co. angeboten werden, bisher aber noch nicht legal vermarktet wurden - und genau damit will Qtrax punkten.

Haken 1: Majors haben noch nicht unterschrieben

Geht das Projekt so an den Start wie geplant, dürfte man von einer kleinen Revolution auf dem digitalen Musikmarkt sprechen. Doch bereits jetzt sind die ersten Dämpfer der Euphorie bekannt geworden: So haben laut Medienberichten drei der vier Major Labels noch keinen schriftlich festgelegten Vertrag mit Qtrax - entgegen der Aussagen von Firmenchef Klepfisz. Der hatte sich mit dieser offensichtlich nicht korrekten Information großes Mediengehör verschafft und betont jetzt, er habe schlicht "den Segen" der großen Vier.

Haken 2: Kostenlos, aber mit digitalen Fesseln

Wer gehofft hatte, die angepeilten 25 Millionen Lieder würden nicht mit DRM oder einem vergleichbaren Schutzmechanismus versehen, wird enttäuscht: Sämtliche Stücke können nur im Qtrax-Client abgespielt werden, der auf der Songbird-Engine aufbaut - das Brennen von CDs oder das Kopieren auf den tragbaren MP3-Player wäre damit ausgeschlossen. Zusätzlich soll Qtrax anhand der getätigten Downloads überwachen und melden, welche Titel und Künstler beliebt sind - zur Verbesserung der Werbestrategien, heißt es.

Haken 3: Der Client funktioniert noch nicht einwandfrei

Die Website von Qtrax bewirbt es, doch offiziell ist nichts zu sehen: Eigentlich sollte der Download des Clients bereits gestern um Mitternacht amerikanischer Eastern Time verfügbar sein. Offensichtlich hat das Projekt - möglicherweise nicht zuletzt wegen Unklarheiten mit den Majors - noch mit einigen Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Netzwelt konnte aber bereits eine inoffizielle Beta ergattern und hat Qtrax einer ersten Inspektion unterzogen.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Filesharing hier.

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Beiträgeinsgesamt 1 Beitrag

Da bin ich mal gespannt, ob Qtrax sein Versprechen halten kann. Aber kostenlose Musik gegen etwas Werbung, klingt doch mehr als fair, oder? Nur schade, dass man das noch nicht testen kann, da der Download...

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