Musikindustrie macht gegen Internet-Anbieter mobil
Einfaches Gegenmittel: Verschlüsselung
Erste Erfolge konnte die Musikindustrie auch in den USA verbuchen. Dort erklärte die Telefongesellschaft AT&T jetzt, dass man sich im Dialog mit der Entertainment-Industrie über mögliche Filtermaßnahmen befinde. AT&T denkt demnach darüber nach, mit so genannten digitalen Fingerabdrücken gegen den unrechtmäßigen Tausch von Musik und Filmen vorzugehen.
Die Idee: Zentral installierte Filter sollen den gesamten Netzwerk-Verkehr von AT&T-Kunden überwachen. Sobald einer der Filter einen Song oder ein Video anhand spezifischer akustischer Eigenschaften erkennt, wird der Transfer blockiert, wenn es sich nicht um einen Download von einem Händler wie iTunes handelt. Derartige Filtersysteme würde die IFPI gerne weltweit im Einsatz sehen. Dass das selektive Filtern von Inhalten möglich sei, sieht der Verband unter anderem darin bewiesen, dass viele Netzanbieter Viren- und Spam-Mails aus dem E-Mail-Verkehr ihrer Kunden herausfiltern.
Neben direkten Dialogen mit Providern setzt die Branche auch auf den Gesetzgeber, um die Installation von Filtern zu erzwingen. Ein Versuch, derartige Filter Europa-weit vorzuschreiben, scheiterte jetzt jedoch im EU-Parlament. Zweifel gibt es auch an der technischen Machbarkeit derartiger Filtermaßnahmen.
Akustische Fingerabdrücke haben sich bereits bei Video-Hostern als äußerst unzuverlässig erweisen. P2P-Nutzer hätten zudem eine ganz simple Waffe gegen den Versuch, das Übertragen einzelner Dateien zu verhindern: Sie müssten einfach nur die Verschlüsselung von P2P-Programmen wie uTorrent aktivieren, um das Analysieren digitaler Fingerabdrücke komplett unmöglich zu machen.

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