Fototipp: Lightwriting - Malen mit Licht
Fototipp: Lightwriting - Malen mit Licht
Der Autofokus arbeitet in dunkler Umgebung oft nur mit Schwierigkeiten, kann aber mit einem kleinen Trick überlistet werden: Eine eingeschaltete Lampe dort ablegen, wo das gemalte Kunstwerk später entstehen soll, auf diesen Punkt scharfstellen und den Autofokus dann deaktivieren. All zu große Sorgen über den genauen Fokus im Bild braucht man sich bei hohen Blendenwerten, zum Beispiel Blende 22, dank der daraus resultierenden hohen Tiefenschärfe nicht machen. Meistens passt die Schärfe im Bild auch bei etwas ungenauem Arbeiten ganz gut.
Großstadtdschungel: Netzwelt war im nächtlichen Hamburg unterwegs und hat Light Writing ausprobiert. Der erste Versuch lässt zumindest grob erkennen, was dargestellt werden sollte. 60 Sekunden Belichtungszeit, Blende 16, ISO 100, zwei Lichter und ein kurzer "Schuss" mit dem Laserpointer. (Klick vergrößert.)
Mit dem Selbstauslöser, dem Fernauslöser oder durch eine weitere Person dann die Belichtung starten, Lampen an und "malen". Aber was? Und wo anfangen? Und vor allem, wo habe ich schon gemalt, wo noch nicht? Wer es selbst einmal ausprobiert, merkt schnell, wie schwer das Malen ohne Papier tatsächlich ist. Ganz ohne Anhaltspunkte in der Luft ist es nicht leicht, eine Figur oder einen Gegenstand in das Nichts zu zeichnen, den man es auch später identifizieren kann.
Hier hilft nur üben, üben und ein Helfer. Ein zusätzlicher Beobachter kann gut sagen, wo vielleicht noch Striche fehlen oder wo das Bildfeld endet. Mit Kreide kann man zudem gut eingrenzen, wo sich das Lichtbild später befinden soll und wie viel Platz für ausschweifende Bewegungen bleibt. Zu Beginn hilft auch ein wenig Experimentieren mit den verschiedenen Lichtquellen weiter, sodass man lernt, welche Lampe welche Lichtspur erzeugt und wie schnell diese am besten bewegt wird.
Vorbild: Light Writing der Lichtfaktor Crew aus Köln. (Bild: Lichtfaktor)
Je stärker die Lampe, desto schneller kommt es natürlich zu überstrahlten Bildbereichen, die nichts außer einer weißen, informationslosen Fläche auf dem späteren Foto darstellen. Eine starke Lampe wird am besten also schnell bewegt, eine schwache eher langsam. Dies kann man übrigens durch entsprechende Veränderungen in den Belichtungseinstellungen beeinflussen oder man schwächt die Lampen mit Folien oder Papier ab.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Fototipp hier.

