Strahlung: Machen Handys krank oder nicht?

Besorgnis: DECT-Telefone im Visier

Erst wenn bei Langzeituntersuchungen geeignete Instrumentarien gefunden würden, die den Elektrosmog reduzieren, könne eine Verbesserung zu sehen sein, so Sommer. Sollten also Sendemasten abgerissen und alle Handys eingestampft werden? Eine Frage, die man laut Sommer hätte stellen müssen, bevor die Technolgie flächendeckend eingeführt wurde: "Man hat mit dieser Technologie einen Bedarf bei der Bevölkerung erzeugt, den diese auch auf Kosten der Gesundheit weiter nutzen würde. Statistisch haben zwar 90 Prozent der Menschen rein intuitiv Bedenken, aber ähnlich wie beim Rauchen oder Alkohol wird es verdrängt."

Ginge es nach Sommer, wäre die Aufgabe der Wissenschaft, die Mobilfunkstrahlung schnellstens in eine Technologie umzuwandeln, die dem Menschen und der Natur nicht schade. Hinzu käme, dass in vielen Haushalten bedenkenlos DECT-Telefone, also Schnurlostelefone, genutzt würden, die im Wohnumfeld meist eine stärkere hochfrequente Strahlung erzeugten, als ein Mobilfunkmast in größerer Entfernung. Die Basisstationen der DECT-Telefone senden im Stand-by-Betrieb kontinuierlich, das heißt auch wenn nicht telefoniert wird, ein Kontrollsignal zwischen Basisstation und Mobilteil. Darüber hinaus wird beim Telefonieren unabhängig vom Abstand zwischen dem Telefon und der Basisstation permanent mit der maximalen Leistung gesendet. Wer sich vor Handy-Strahlung fürchtet, sollte also einen kritischen Blick in die Beschreibung seines Schnurlos-Telefones werfen.

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Das Bundesamt für Strahlenschutz nimmt die Bedenken der Handy-Kritiker wie Sommer ernst. Allerdings halten sie die Schädlichkeit von Mobilfunkmasten für verschwindend gering, wie Florian Emrich, Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz, kurz BfS, gegenüber netzwelt äußert. Beim Gebrauch des Handys rate das BfS allerdings zur Vorsorge, auch wenn gesundheitliche Gefahren unwahrscheinlich seien. "Wer sich ein neues Handy kauft, sollte zum Beispiel auf einen niedrigen SAR-Wert achten."

SAR-Wert als Anhaltspunkt beim Handy-Kauf

Der SAR-Wert steht für die Spezifische Absorbtionsrate; ein physikalisches Maß, das beschreibt, wieviel ein Gewebe - etwa der menschliche Körper - von einem elektromagnetischen Feld aufnimmt. Der oberste Grenzwert liegt bei zwei Watt pro Kilogramm Körpermasse. Handys die einen maximalen Wert von 0,6 Watt pro Kilogramm haben, werden seit 2002 mit dem blauen Engel ausgezeichnet, einem Gütesiegel für umweltschonende Produkte.

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