Spuren im Netz: Persönliche Informationen löschen lassen?
Die Identitätsverkäufer
"Die dritte Nutzergruppe sind die Aktiven", sagt Rühl. Diese legen sich selbst ein Profil bei yasni an. Damit haben sie die Möglichkeit, die Suchergebnisse zu ihrem Namen nach Wichtigkeit zu sortieren, Fotos und Kommentare hinzuzufügen. Einerseits eine unter Umständen sinnvolle Einflussnahme, um sich beispielsweise von dubiosen Namensvettern zu distanzieren, andererseits eine Verifikation von persönlichen Daten, die sonst möglicherweise im lauten Grundrauschen des Internets untergegangen wären - je nach Standpunkt.
Im Prinzip ist yasni eine Meta-Suchmaschine für Personen. Sie zieht nicht nur Google heran, sondern auch Facebook, Windows Live Search und weitere Dienste. So vielfältig die Quellen, so diffus sind auch die Ergebnisse. Spock.com orientiert sich stärker am Profilgedanken. Spock ist keine Suchmaschine, die nur auf Befehl sucht, sondern eher ein automatisches Archiv von Informationen. Die Informationen stammen aus sozialen Netzwerken, Blogs und anderen Quellen. In Zukunft will das Unternehmen Milliarden Menschen indexiert haben. Auf Wunsch können User ihre Daten löschen lassen.

Yasni ist eine Metasuchmaschine für Personen(Klick vergrößert)
Im Laufe des Alltags landen Daten wie Nutzernahme, Emailadresse, oft auch der unverschlüsselte Klarname bei immer mehr Anbietern, immer mehr Portalen. Wer viel im Netz unterwegs ist, kann kaum noch überblicken, wo er sich überall angemeldet hat, wo er was in welches Forum geschrieben hat. Soziale Netzwerke wie Facebook oder StudiVZ sind in Mode. Die virtuellen Kontaktbörsen sind als wahre Datensammler berüchtigt.
"Mehr Informationen als die Stasi"
Der deutsche Informatik-Professor Hendrik Speck hat das Phänomen des "digitalen Exhibitionismus" anhand der Beispiele Facebook, MySpace und Xing untersucht. Sein Fazit: Der Wunsch nach Anerkennung in Form von vielen virtuellen Freunden, die mit wenigen erforderlichen Klicks niedrige Einstiegschwelle in derartige Portale und die Neugierde der Betreiber in Form von ausführlichen Profilangaben verführen dazu, bereitwillig viel von sich preiszugeben, so der Experte
"Die haben mehr Informationen, als die Stasi je hatte", sagt Speck der Zeitschrift Computerwoche. Bis zu 120 Attribute fragen die wissbegierigen Portale bei Ihren Nutzern ab. Besonders junge Nutzer lassen sich darauf ein, ihre Daten freigiebig zu verteilen. Der Großteil der Nutzer, die den Schritt zur Offenlegung ihres Privatlebens machen, sei deutlich unter 35, so der Forscher.
Kann man Daten löschen lassen?
Datenspuren im Netz zu verteilen ist ein Kinderspiel. Wesentlich komplizierter gestaltet sich das Gegenteil, nämlich den wilden Schwarm persönlicher Daten wieder einzufangen. Dies gestaltet sich in der Praxis schwieriger als man vermuten könnte. Denn die Frage, wie leicht man seine Spuren im Netz wieder verwischen kann, ist sowohl technich als auch juristisch keine leichte Angelegenheit.
Der Hamburger Rechtsanwalt Alexander Wachs erklärt die grundlegenden Rechte, die jeder im Netz hat: "Grundsätzlich genießen Sie im Internet denselben Schutz, den Sie auch im richtigen Leben genießen. Das heißt, niemand darf Sie beleidigen oder sonst der Lächerlichkeit preisgeben. Weder dürfen Unwahrheiten über Sie berichtet werden noch dürfen wahre Tatsachen, die nur 'Sie etwas angehen' also Informationen aus Ihrer Privats- und oder noch schlimmer Intimsphäre berichtet werden."
Sensible Daten entfernen
Wer beispielsweise Mitglied in einem Forum oder einer Kontaktbörse ist und dieses nun verlassen will, ohne Rückstände zu hinterlassen, hat durchaus die Möglichkeit, seine Hinterlassenschaften löschen zu lassen: "Zunächst besteht grundsätzlich ein Recht, dass personenbezogene Daten wie Nickname, Email und so weiter nach dem Ausscheiden gelöscht werden oder zumindest nicht mehr öffentlich einsehbar sind. In Einzelfällen mag ein Forenbetreiber ein Recht daran haben, dass die entsprechenden Daten noch gespeichert werden, um etwa ein Mitglied, dass die Rechte anderer verletzt hat, dauerhaft von einer Neuanmeldung abzuhalten.", erklärt Anwalt Wachs.

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das ist sehr lustig. yasni behauptet ausschließlich daten aus dem netz zu nehmen. tatsächlich verlinkt die seite intern suchergebnisse von personen miteinander, die so dann zusammen bei yasni und in suchmaschinen...