Die weiße Weste im Netz
Spuren im Netz: Persönliche Informationen löschen lassen?
Patrick Woods
Daten, die einmal in das Internet ausgesetzt wurden, sind kaum wieder einzufangen. Sie werden gespeichert, weiter verbreitet, woanders hinkopiert und gesammelt. Jeder hinterlässt zahlreiche Spuren im Internet. Welchen Einfluss haben Nutzer auf ihre persönlichen Daten im Netz und kann man unliebsame Dinge wieder löschen lassen?
Inhalt
- Auch im Internet zählt das Image
- Gezielte Suche nach Personen
- Die Identitätsverkäufer
- "Mehr Informationen als die Stasi"
- Kann man Daten löschen lassen?
- Sensible Daten entfernen
- Die Rolle der Suchmaschinen
- Wunschkonzert: Unbequeme Informationen löschen lassen?
- Die weiße Weste im Netz wird immer wichtiger
Die Säuglingszeiten des Webs sind schon lange vorbei. Das Netz wird ernst genommen. Ob bei Bewerbungen, Geschäftsbeziehungen oder neuen Bekanntschaften: Dank des Internets ist es so leicht wie nie, schnell etwas über andere herauszufinden. Hobbys, Karriere, oft sogar Vorlieben, politische Ansichten oder sensible Daten wie Telefonnummern, Adresse und vieles mehr kann für jeden offen lesbar im Netz zu finden sein.
Oft sind sich Surfer nicht bewusst, wie leicht sich die vielen verschiedenen Informationsfragmente im Netz zu einem Mosaik zusammensetzen lassen. Viele verwenden den gleichen Nutzernamen bei vielen verschiedenen Diensten. Gibt es an einer dieser Stellen eine Verbindung zwischen echtem Namen und dem Nutzernamen, kann die gesamte Anonymität im Netz dahin sein. Nun ließen sich auch aus den scheinbar anonym veröffentlichen Dingen leicht Rückschlüsse ziehen.
Auch im Internet zählt das Image
"Ego-Googeln", das Suchen nach dem eigenen Namen, nach den eigenen Spuren im Netz, wird immer wichtiger. Das "Pew Internet & American Life Project" hat 2.373 Internetnutzer dazu befragt. Das Ergebnis: Über die Hälfte aller User hat schon mindestens einmal nach dem eigenen Namen gesucht. Glaubt man den Kommunikationsexperten, so wird das so genannte "Reputationsmanagement" immer wichtiger, das bewusste Steuern des virtuellen Images.

![]()
![]()
Nicht jedes berauschende Freizeiterlebnis sollte unter eigenem Namen veröffentlicht werden
PR-Berater Klaus Eck sagte im Interview mit dem Blog "Viralwelten", was hinter dem Reputationsmanagement steht: "Wer seinen Namen ergoogelt, hat den ersten Schritt im möglichen Reputationsmanagement getan. Als erstes geht es immer um die Erkenntnis der eigenen digitale Identität. Wer bin ich online? Entspricht der erste Eindruck, den wir im Web vermitteln, unseren tatsächlichen Interessen oder schadet es diesen gar?"
Es ist schwer, dem Personalberater des Wunscharbeitgebers glaubhaft seine Seriösität zu beteuern, wenn dieser nach Erhalt der Bewerbung auf Anhieb exzessive Partybilder eines offenbar völlig betrunkenen Bewerbers findet. Hier kommen sich Privatleben und Karriere stärker in die Quere als dies vielen bewusst und lieb ist.
Gezielte Suche nach Personen
Mittlerweile bilden sich Angebote, die das "Reputationsmanagement" der Nutzer vereinfachen wollen. Selbst mitbestimmen, was andere über einen finden können und übersichtliche Profile anlegen. Damit kann der Nutzer Einfluss auf sein Internet-Image nehmen. Oder es zumindest versuchen. Helfen die neuen Dienste dabei, im Internet gut dazustehen oder machen sie es Datenschnüfflern nur leichter, viel über eine Person herauszufinden?
Sie heißen yasni.de oder spock.com und sie bieten vor allem zwei Dinge: Die gezielte Suche nach Personen und das Anlegen von Benutzerprofilen. Steffen Rühl, Geschäftsführer von yasni, erklärt gegenüber netzwelt, wer von dem Dienst profitiert: Zum einen die Nutzer, die sich regelmäßig selbst suchen. Diese könnten über einen solchen Dienst ihren digitalen Ruf überprüfen. Die zweite Gruppe seien Nutzer, die sich über andere informieren möchten. Dies können beispielsweise Geschäftspartner oder Eltern sein, die den Ruf ihrer Kinder im Netz überprüfen wollen, was die Kids dort treiben.
Druckversion | Links zum Artikel | Kommentare
Mehr über: Verbraucherschutz, Web 2.0, Sicherheit, Internet
-
Tutorial: Anonym surfen mit dem Internet Explorer
Tor und Privoxy verschleiern die Identität -
Anonym im Netz per Live-CD
Anonym.OS macht den Rechner dicht -
Anonymisierungsdienst TOR abgehört
Unverschlüsselte Zugangsdaten zu Regierungs-Mails
Links zum Artikel
Jetzt sind Sie dran.
Kommentieren
Spuren im Netz: Persönliche Informationen löschen lassen?
Was sagen Sie dazu?
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben



