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20.01.2008
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"Gutmenschenhaltung gegen böse Kapitalisten"

Nokia: Subventionsheuschrecken und Krokodilstränen

Yasmin Kötter

Nokia: Subventionsheuschrecken und Krokodilstränen

Die Meldung war schockierend: Der finnische Mobilfunk-Konzern Nokia verlegt noch im ersten Quartal 2008 seine Fertigung von Bochum ins rumänische Cluj. Mehr als 2300 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, die ersten Kündigungen wurden bereits ausgesprochen. Nokia begründet knapp: Der deutsche Standort sei nicht wettbewerbsfähig. Spitzenpolitiker rufen jetzt zum Nokia-Boykott auf.

Inhalt

  • Jüngste Ereignisse
  • Standort Deutschland
  • Das liebe Geld
  • Schwarz-Rot-Gold malt Schwarz-Weiß

Jüngste Ereignisse

Der Zorn ist groß, das Schicksal des Standortes Bochum scheint besiegelt: Mitte 2008 soll das Nokia-Werk geschlossen werden, schon in der ersten Februarwoche dieses Jahres beginnt die Produktion in Rumänien. Inklusive der Post-Tochter DHL seien weit mehr als 2000 Arbeitsplätze in Gefahr; laut internen Informationen haben Beschäftigte der Leiharbeitsfirmen Randstad und Adecco bereits Kündigungsgespräche führen müssen - offiziell bestätigt werden diese Tatsachen aber wohl erst am Montag.

Nokia Logo

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Zweifelhafter Slogan: Nokias Umzug trifft mehr als 2000 Beschäftigte.

Harten Gegenwind gibt es aus Deutschland: "Subventionsheuschrecke" bringt NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ins Gespräch, Nordrhein-Westfalens IG-Metall-Chef Oliver Burkhard spricht von einer "bodenlosen Sauerei". Auch Spitzenpolitiker wie Beck, Struck und Seehofer fordern die Deutschen zum Boykott auf und verweigern ihrerseits die Nutzung der Nokia-Handys.

So kurz vor den Wahlen tut Populismus gut: "Bei Jürgen Rüttgers sind das eindeutig Krokodilstränen. Kein Wunder, im Wahlkampf ist es für einen Politiker bequem, den Standpunkt der öffentlichen Meinung zu vertreten", schildert Torsten J. Gerpott, Branchenexperte und Professor für Unternehmens- und Technologieplanung an der Universität Duisburg-Essen, gegenüber netzwelt. Bei einem solchen drastischen Schritt wie dem Nokias fällt es nicht schwer, Partei zu ergreifen.


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freeman0815, am 20.01.2008 14:21

Es wird Zeit, daß wie Deutschen aufwachen und begreifen, daß "der Kapitalismus", besser wohl die wenigen tausend Personen, die mehr als 80% des weltweiten Kapitals in den wenigen Händen halten ihre Maske in Form der "sozialen Marktwirtschaft" abgestreift haben und ganz offen mit uns Dummerchen spielen. Es sei nur das Stichwort "Globalisierung" in diesem Zusammenhang genannt.

Wir DAUs springen natürlich auf diesen Zug auf und meinen, nur weil wir in der Bildzeitung oder unseren ach so geliebten Werbesendern mit Spielfilm- und Talkshowunterbrechungen ein paar Worte über Börsen, die Wirtschaft und den Zusammenhängen gelesen oder gehört haben, wir würden das "Spiel" verstehen und bejubeln alles, was von diesen Heuschrecken und ihren Handlangern (in Form der Lobbyisten in Berlin, auch Mitglieder des Bundestages genannt) verbreitet wird, folgen brav wie die Pennäler der 5ten Klasse ihrem Lehrer und lassen uns ausnehmen wie Weihnachtsgänse ... und zur Krönung finden wir das ganz normal, freuen uns und bedanken uns auch noch! :wall:

Armes Deutschland, erwache!

Gruß
freeman0815


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