Und sie dreht sich doch, die Erde
Fototipp: Sternspuren fotografieren
Tobias Heinze
Wenn die Sonne untergeht, ist für viele Fotografen Feierabend. Wer Sterne ablichten möchte, wird jedoch jetzt erst richtig wach und macht sich auf die Reise. Mit einfachen Mitteln und etwas Zeit entstehen beeindruckende Sternfotos bei Nacht, die jeder spielend leicht nachmachen kann.
Inhalt
- Ausrüstungs-Check
- Los geht's
- Kopfrechnen für Nachtschwärmer
Ausrüstungs-Check
Mit auf den Trip kommt eine Digitalkamera, die eine Langzeitbelichtungsfunktion haben muss. Bei den meisten Herstellern ist die so genannte Bulb-Funktion die Einstellung für beliebig lange Belichtungen. Fortgeschrittene Digitalkameras, wie zum Beispiel die meisten Bridge- oder Prosumermodelle und digitale Spiegelreflexkameras, verfügen über eine derartige Funktion. Ein Stativ sorgt für einen festen Stand der Kamera und optimal ist ein Kabelfernauslöser als Zubehör, dessen Taster eingerastet werden kann.

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Ausrüstung: Taschenlampe, ein wenig heißer Tee, warme Klamotten, Fernauslöser, Stativ, Kamera und reichlich Batterien. Wer es ganz perfekt mag, nimmt einen Kompass mit, um für klare Orientierung zu sorgen, und hat für die korrekte Belichtungszeit eine Stoppuhr dabei.
In der Bulb-Funktion bleibt der Verschluss der Kamera so lange offen, wie der Auslöser betätigt wird. Wer also nicht dauerhaft den Auslöser drücken möchte, investiert in einen Kabelfernauslöser oder behilft sich mit etwas Klebeband provisorisch weiter. Gerade im Winter ist warme Kleidung und festes Schuhwerk ein Muss, eine Taschenlampe und gute Verpflegung bewährt sich aber zu jeder Zeit. Für die Kamera sollten ausreichend Batterien mitgenommen werden, die am besten bis kurz vor dem Einsatz am Körper getragen werden, die Wärme schützt Akkus vor vorzeitiger Entladung.
Los geht's
Die Nacht ist klar und die Wettervorhersage prophezeit keine Bewölkung - dann kann es los gehen. Aber wohin am besten? Vorrangig dorthin, wo es so dunkel wie nur möglich ist. Möglichst weg von großen Städten - freie Felder suchen oder den Urlaub in den Bergen ausnutzen. Denn was für das menschliche Auge schon dunkel bedeutet, ist gerade in der Nähe von Städten für die Kamera ein wahres Lichtermeer. Straßenbeleuchtung und andere Lichtquellen strahlen bis in den Himmel hinein und überdecken schwache Sterne, die dann auf dem Foto nicht zu erkennen sind.

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Für ein scharfes Abbild des Sternenhimmels ist eine hohe ISO-Empfindlichkeit oft der einzige Weg. Leider ist das Bild dann meistens durch Bildrauschen etwas unruhig - hier ISO 1600.
(Klick vergrößert.)
Einmal angekommen in der Dunkelheit, braucht das Auge etwas Zeit, um sich an die Lichtverhältnisse zu gewöhnen. In einer guten Nacht kann man nun schon mit bloßem Auge die Pracht des strahlenden Himmelszelts erblicken. Besonders in Bergregionen verschlägt der Anblick nicht selten die Sprache. Jetzt wird fotografiert: Stativ aufbauen, Kamera platzieren und kurz orientieren. Denn je nachdem, in welche Richtung man fotografiert, beeinflusst das die Form der Sternspuren. In Blickrichtung Norden zum Polarstern erhält man zunehmend kreisförmige Bahnen, in Richtung Süden bleiben die Sternspuren eher gerade.
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