Ein Blick auf die Zahlen
Blu-ray gegen HD DVD: Hinter dem Hype
Patrick Woods
Die Unternehmen verbrennen Milliarden im Kampf um die Vorherrschaft im Wohnzimmer. Zwei Firmen tun sich dabei besonders hervor, Toshiba auf der Seite der HD DVD und Sony auf der Seite von Blu-ray. Ein Weg ist dabei das Mittel der Subvention. Die Geräte werden unter Wert verkauft, um sie besonders attraktiv für die Käufer zu machen. So wurde sowohl der erste HD-DVD-Player von Toshiba als auch die Playstation 3 günstiger verkauft als nötig, um Gewinn damit machen zu können.
HD-DVD-Player werden vor allem über Discount-Preise verkauft. Erst kürzlich gab Toshiba bekannt, sein Einstiegsmodell um 50 Prozent herabzusetzen. Ein riskantes Spiel. Teure Investitionen müssen langfristig wieder hereingeholt werden, was einen schnellen Preisverfall der Medien behindert und damit auch das Interesse der Kunden verringert. Ein Teufelskreis.
Flirten mit Hollywood
Gleichzeitig buhlen die Hardware-Hersteller um die Gunst der Filmstudios. Denn nur mit attraktiven Inhalten lassen sich die Nutzer überzeugen, ihr Erspartes für einen neuen Videoplayer zu opfern. Besteht das Risiko einer Fehlinvestition, sind die Abspielgeräte zwangsläufig zum Ladenhüter verdammt. So gab es seit Beginn des Formatkrieges zahlreiche Wechsel unter den Filmstudios.
Paramount wechselte erst im August 2007 von der zweispurigen Strategie zur exklusiven HD-DVD-Unterstützung. Toshiba ließ sich dies 150 Millionen Dollar kosten. Eine kleine Entscheidungshilfe für Paramount, damit diese keine Blu-rays mehr veröffentlichen. Sony soll dem Filmstudio Warner Insider-Gerüchten zufolge ebenfalls eine horrende Summe gezahlt haben, damit sie der HD DVD den Rücken kehren.
Blick in die Zukunft
Erst im Laufe des Jahres wird sich bemerkbar machen, dass ab Juni Warners Veröffentlichungen auf der Seite der HD DVD fehlen. So gibt es dank Paramount und Universal sowie weiteren kleineren Filmstudios aber noch etliche Filme, die auf Blu-ray nicht zu haben sind.
Auch wenn der Sog hin zur Blu-ray unübersehbar ist: Noch ist HD DVD längst nicht tot. In den USA hat das Format dank sehr günstiger Player eine breite Basis. Dort verramschen Händler die HD-DVD-Player mitunter für 99 Dollar - inklusive mehrerer Filme. Solange noch neue Filme in diesem Format erscheinen und noch längst nicht alles auch auf Blu-ray erhältlich ist, solange ist der "Formatkrieg" nicht völlig vorbei. Gleichzeitig wird dieser Schwebezustand viele potenzielle Käufer weiterhin abschrecken.
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