So können Provider Ihrem P2P nicht den Saft abdrehen
Tutorial: BitTorrent-Clients verschlüsseln
Moritz Zielenkewitz
Diese Faktoren erlauben es also, RC4 permanent für die Verschlüsselung einzusetzen. Der Algorithmus findet auch in SSL-Verbindungen und dem drahtlosen WEP-Standard seine Verwendung. Die drei erfolgreichsten BitTorrent-Clients - Azureus, Bitcomet und µTorrent - nutzen alle eine Mischung aus Protocol Encryption (PE) und Message Stream Encryption (MSE); dieses MSE/PE-System wird durch RC4 verschlüsselt und noch mit einem weitern Schlüssel belegt, der das Mitlauschen Dritter erschweren soll.
In Deutschland gibt es bislang noch keine Bestätigung, das ISP den BitTorrent-Verkehr ihrer Kunden drosseln. Bevor Sie also vermuten, dass Ihnen trotzdem dieses Schicksal widerfahren ist, sollten Sie einige andere Fehlerquellen ausschließen: Funktioniert die Network Adress Translation (NAT) einwandfrei? Ist bei Ihrem Router das Port Forwarding aktiviert? Wurde Ihre Software-Firewall von den verwendeten Ports des P2P-Clients in Kenntnis gesetzt?
Falls Sie die Fragen bejahen können und trotzdem mit massiven Geschwindigkeitseinbußen zu kämpfen haben, hat netzwelt die mögliche Lösung: Für die drei BitTorrent-Clients Azureus, BitComet und µTorrent erfahren Sie Schritt für Schritt, wie die RC4-Verschlüsselung aktiviert werden kann und worauf Sie im weiteren Verlauf des Datentauschs achten sollten.
Azureus
Zuerst steht der Java-basierte Torrent-Client Azureus auf dem Programm, und zwar in der 2.5er Versionsreihe. Nachdem Sie den NAT-/Firewall-Test erfolgreich durchgeführt haben, gehen Sie zu Tools > Konfiguration. Hier klappen Sie das Menü Verbindung auf und wählen Transportverschlüsselung. Hier müssen Sie den Haken bei Benötige verschlüsselten Transport setzen. Nun haben Sie die Wahl, ob Sie die Verschlüsselung auf Plain oder RC4 einstellen möchten; der RC4-Algorithmus ist dringend empfohlen.

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Verschlüsselung per RC4: Azureus.
(Klick vergrößert)
Mit diesen Einstellungen bekommt Ihr ISP große Probleme, die Datenpakete noch als BitTorrent-Verkehr identifizieren zu können. Ein weiteres Problemfeld ergibt sich aber bei den Peers, mit denen Sie in Kontakt und im Datenaustausch stehen: Diese können möglicherweise mit Ihren verschlüsselten Datenströmen nichts anfangen und senden ihrerseits komplett unverschlüsselt. Daher sollten Sie den Haken bei Erlaube eingehende unverschlüsselte Verbindungen setzen. Wenn Ihnen Effektivität vor Sicherheit geht, sollten Sie aktivieren, dass bei einem Fehlschlag der verschlüsselten Verbindung unverschlüsselt gesendet werden darf.
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