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14.01.2008
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Menschenrechtler entsetzt über Pläne des Justizministeriums

England: Implantate mit RFID-Chips statt Gefängnis

Yasmin Kötter

England: Implantate mit RFID-Chips statt Gefängnis

Das britische Justizministeriums äußerte Pläne, tausenden von Straftätern Microchips zu implantieren, um sie leichter überwachen zu können. Dies soll neben anderen Maßnahmen dazu beitragen, dass die Häftlingszahl in britischen Gefängnissen verringert wird. Menschenrechtler sind empört über die "Degradierung" der Betroffenen.

Inhalt

  • Statt elektronischen Fußfesseln Chips unter der Haut
  • Straftäter sollen zu Hause ihre Strafe absitzen
  • Kritiker: "Menschen werden wie Tiere gekennzeichnet"

Ein Mitarbeiter des Ministeriums verkündete: "Wir möchten schon seit mehreren Jahren die Vorteile dieser Technologie nutzen, denn es scheint eine sensible Lösung für unsere Probleme zu sein. Wir haben uns darüber Gedanken gemacht, ob es praktisch ist und ethisch vertretbar. Aber wenn wir die Hürden sehen, mit denen unser Justiz-System zu kämpfen hat, ist die Zeit gekommen."

Statt elektronischen Fußfesseln Chips unter der Haut

Die bestehenden Überwachungs-Systeme mit elektronisch gekennzeichneten Fußfesseln oder Armbändern seien unzuverlässig, so heißt es aus dem britischen Justizministerium. Satelliten und neue Technologien sollen genutzt werden, um Kriminelle zu überwachen. Und zwar indem RFID-Chips unter der Haut der Kriminellen eingepflanzt werden. Dies sei besonders bei Straftätern, die nicht im Gefängnis, sondern zu Hause unter eingeschränktem Hausarrest ihre Strafe absitzen, ein zuverlässiges Mittel zur Überwachung.

Außerdem solle dadurch für mehr Ordnung innerhalb der Gefängnisse gesorgt werden. Dazu gibt es bereits Beispiele aus Amerika: Dort werden anhand von elektronischen Chips die Aufenthaltsorte von Banden-Mitgliedern innerhalb der Gefängnisse überwacht. So wollen die Aufseher kontrollieren, dass sich keine Gruppen zusammenfinden oder es zu Bandenkriegen innerhalb der Gefängnismauern kommt.

cctv england

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Kommt nach der Überwachung mit Kameras nun die Kontrolle per RFID-Chip?

Straftäter sollen zu Hause ihre Strafe absitzen

Ein weiterer Grund für den Einsatz der elektronischen Chips: In England sind die Gefängnisse stetig überfüllt. Die Zahl der Inhaftierten ist verglichen mit anderen westeuropäischen Ländern deutlich höher. Das nahm die Regierung zum Anlass zu Überlegungen, mehr Straftäter im eigenen Zuhause unter Hauserrest zu stellen - anstatt sie an die Vollzugsanstalten zu übergeben. Die RFID-Chips sollen dann dafür sorgen, die Kriminellen dennoch genau überwachen zu können.

Derzeit werden mehr als 17. 000 Kriminelle und Verdächtige elektronisch überwacht, berichtet die britische Boulevard-Zeitung "The Independent". Vor allem diejenigen, die per Auflage mehr als zwölf Stunden am Tag zu Hause verbringen müssen. Offiziellen Zahlen des Ministeriums zufolge umgehen fast 2.000 Straftäter die elektronische Überwachung, indem sie die elektronischen Fußfesseln manipulieren oder diese ganz entfernen. Mit den eingepflanzten RFID-Chips soll dem ein Ende gesetzt werden.


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News Flash, am 05.12.2008 01:54

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