CES-Nachlese: Welche Messe-Trends kommen nach Deutschland?
Von Trendwenden und Trend-Enten
Wo einst nur ein Navigationssystem den Dienst verrichtete, erheben sich Multimedia-Zentralen aus der Mittelkonsole: Sprachsteuerung, Telefonie, HiFi-Audio oder gar ein mobiles Heimkino. Die Erwartungen an den US-Markt für das Jahr 2008 sind mit 12,3 Milliarden Dollar Umsatz so hoch wie noch nie, auch auf der CES bekam In-Car-Entertainment eine eigene Halle spendiert. Dort zeigt sich bereits die Entwicklung, dass Fahrer sämtliche Gadgets ihres alltäglichen Gebrauchs auch im Auto nicht missen möchten.
Die Firma Azentek präsentierte auf der Consumer Electronics Show sogar einen eigenen Fahrzeug-Computer auf Basis von Windows Vista. Core-Duo-Prozessor, DVD-Laufwerk und eine Festplatte mit 120 Gigabyte Speicherplatz stehen dem technikaffinen Fahrer dann zur Verfügung - inklusive GPS-Navigation, Input für SD und USB, Bluetooth und auf Wunsch echter 7.1-Klang. Medieninhalte werden über das integrierte Media Center gesteuert. In diesem Jahr wird sich der Trend des In-Car-Entertainment vielleicht nur langsam in Deutschland etablieren; von der Hand zu weisen ist er allerdings nicht.

Andere prognostizierte Trends dagegen konnten nicht das halten, was erste vollmundige Ankündigungen versprachen: Das mobile Fernsehen auf dem Handy - obgleich in Asien sehr beliebt - konnte sich bisher weder in den USA noch in Deutschland akzeptable Marktanteile verschaffen. Einzelne Studien blieben auch auf der CES noch Insellösungen; Verbraucher reizt HD mehr als Kino im Hosentaschenformat.
IPTV schimpft sich - mittlerweile im dritten Jahr - ebenfalls Trend, doch ein Durchbruch des Internetfernsehens gegenüber herkömmlichem TV konnte auf der CES 2008 nicht verzeichnet werden. Auch die seit längerem in Aussicht gestellten Gadget-Wundertüten, die sämtliche Technikfunktionen in einer Hülle beherbergen sollen, dominierten die Messe nicht; vielmehr gingen Hersteller wieder dazu über, spezialisierte Geräte für zugeschnittene Aufgabenbereiche auf den Markt zu bringen.
Hier muss sich zeigen, ob Deutschland diesen vermeintlichen Trends mit offeneren Armen entgegen geht und sich eine Eigenständigkeit bei der Unterhaltungselektronik bewahren kann. High-Definition dürfte hingegen mit Sicherheit ein Selbstläufer sein, auch grüne IT und alternative Bedienungsformen zeichnen sich als klare Trends ab. Dank der überwältigenden Präsenz auf der CES dürfte es auch um das In-Car-Entertainment in Deutschland nicht schlecht bestellt sein.
