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11.01.2008
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Probleme in der schönen neuen Fernsehwelt

Die Tücken von High-Definition

Patrick Woods

Die Bildformate

Mit HDTV kommen etliche neue Bildformate auf den Zuschauer zu. In der Praxis gibt es zwei Auflösungen: 1280 mal 720 und 1920 mal 1080. Zusätzlich unterscheiden sich die Formate aber bei bei der Bildfrequenz, zwischen Vollbildern und Halbbildern. So gibt es Material mit 24 Bildern pro Sekunde, mit 25, mit 50 oder 60.

Beim altgedienten PAL gab es nur eines: 25 Bilder pro Sekunde oder 50 Halbbilder. Filme, die mit echten Filmkameras aufgenommen werden, haben jedoch klassischerweise 24 Bilder pro Sekunde. Für Europa bediente man sich deshalb eines Tricks: Man macht den Film einfach um vier Prozent schneller, dann sind es 25 Bilder pro Sekunde. Dies wird "PAL-Speedup" genannt.

Darum sind Filme auf DVD oder im Fernsehen in Europa vier Prozent schneller und zugleich kürzer als in den USA. Dies wollten die Filmstudios bei den Nachfolgern der DVD anders machen. Filme mit 24 Bildern pro Sekunde werden auch so 1:1 auf Blu-ray oder HD DVD gepresst. "24p" nennt sich dieses Format.

Ruckelndes Kinoerlebnis

Das hat den großen Vorteil, dass der Zuschauer zuhause den Film exakt so sieht, wie ihn die Filmkamera eingefangen hat, mit 24 Vollbildern pro Sekunde. Der Nachteil: 24 ist aus technischer Sicht eine sehr krumme Zahl für Flachbildschirme. TFT-Monitore und LCD-Fernseher werden traditionell meist mit 50 oder 60 Hertz Bildwiederholrate angesteuert. Die 24 will hier nicht glatt hineinpassen.

HD-Logo

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Dieses Logo verspricht Verwirrung: Full-HD- und 24p-tauglich. Anzeigen können muss der TV 24p jedoch nicht ohne Ruckeln.

Die Folge ist so banal wie ärgerlich: Der Film ruckelt. Besonders bei langsamen Schwenks sind die Ruckler zu erkennen. Besonders unverständlich: Die erste Generation der HD-Player war nicht einmal in der Lage, die Filme anders als mit 60 Hertz auszugeben. Selbst wer einen der seltenen Flachbildfernseher mit 24p-Fähigkeit besaß, kam nicht um das Ruckeln herum.

"Echtes" gegen falsches 24p

Mittlerweile hat sich die Situation gebessert. Player können meist echtes 24p ausgeben und immer mehr Fernseher können auch damit umgehen. "Umgehen" heißt in der schönen, neuen HD-Welt jedoch nicht automatisch auch "anzeigen". Einige günstige Fernseher haben zwar 24p-kompatible Eingänge, was aber nicht heißt, dass sie auch echte 24 Bilder pro Sekunde anzeigen können. Dies funktioniert in der Regel nur, wenn das Display mit einer durch 24 teilbaren Frequenz arbeitet. Beispielsweise 72 oder 120 Hertz. Andere nehmen das 24p-Signal ohne Murren entgegen, rechnen es intern aber doch wieder um, was wieder zum Ruckeln führen kann.

Wer wirklich samtweiche Schwenks in höchster Auflösung erleben will, muss eine Kette aus 24p-fähigem Player und einem TV, der dies sowohl annehmen als auch anzeigen kann. Letzteres ist bislang noch den teureren Geräten im vierstelligen Preisbereich vorbehalten.


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